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Holocaust-Gedenken

14,358 words

Übersetzt von Deep Roots.

Das Original “Holocaust Commemoration” erschien am 9. Juni 2011 bei Counter-Currents Publishing/North American New Right.  (Links innerhalb des Textes von mir eingefügt)

Lektionen in Toleranz

Steven Spielbergs „Schindlers Liste“ schließt mit einem sentimentalen Sinnspruch, der als Zitat aus dem Talmud ausgegeben wird: „Wer immer ein Leben rettet, rettet die ganze Welt.“ Diese Erklärung humanen Universalismus’ spricht viele an, und sie wurde ein Teil der Publicity-Kampagne für den Film, aber sie ist nicht wirklich jüdisch. Wie der Historiker Peter Novick in seinem informativen „The Holocaust in American Life“ berichtet, „spricht die traditionelle Version, diejenige, die in allen orthodoxen Yeshivot unterrichtet wird, davon, ‚wer immer ein Leben von Israel rettet’.“ Der traditionelle talmudische Text steht somit in krassem Gegensatz zu Spielbergs Sinnspruch. Ein jüdisches Leben zu retten („ein Leben von Israel“), heißt, die ganze Welt zu retten, denn in Jehovas Augen sind jüdische Leben unendlich kostbar, und nichtjüdische Leben sind es nicht. Weit davon entfernt, die Brüderlichkeit aller Menschen zu lehren, lehrt der Talmud eine so absolute jüdische Vorrangstellung, daß ein einziges jüdisches Leben für so wertvoll erachtet wird wie die Gesamtheit aller anderen Leben. [1]

Der Talmud, das heiligste Dokument des Judentums, existiert in zwei bedeutenden Rezensionen. Der anscheinend universalistische Text, den „Schindlers Liste“ zitiert, erscheint im Jerusalemer Talmud, der auffallend ethnozentrische Text im maßgeblichen Babylonischen Talmud. Letzterer, der wahre Talmud, enthält den definitiven Text, der in allen orthodoxen religiösen Schulen gelehrt wird und von Generationen lerneifriger junger Juden auswendig gelernt wurde, aber man braucht nicht einmal einen Moment lang nachzudenken, um auf die praktische Unmöglichkeit draufzukommen, in einem an ein nichtjüdisches Publikum gerichteten Film einen talmudischen Aphorismus zu verwenden, der nichtjüdische Leben so deutlich abwertet. Spielberg entschied sich statt dessen wohlweislich dafür, den Judaismus als einen universalistischen Glauben mit einer extravaganten Haltung zum Wert jedes einzelnen Lebens zu präsentieren, eine semitische Sorte von Christentum. Er erteilte keine jüdische moralische Lektion, sondern brachte vielmehr ein übertriebenes Stück christlichen Humanismus, talmudische Weisheit, die für die Bildung von Nichtjuden auf den Kopf gestellt wurde und die deren religiöse Traditionen reflektiert, nicht seine eigenen. [2]

Die Kluft zwischen echtem talmudischem Ethnozentrismus und Spielbergs falschem talmudischem Universalismus offenbart einige bedeutende Aspekte bei der Vermarktung des jüdischen Holocaust. In der Diaspora, wo Juden kleine Minderheiten innerhalb ihrer Gastgesellschaften bilden, darf das öffentliche Gedenken der jüdischen Toten während des Zweiten Weltkriegs jüdische Leben nicht ausdrücklich gegenüber anderen Leben bevorzugen, wie sehr jüdische Propagandisten sich das auch wünschen mögen. Es muß daher statt dessen universalistische Lektionen erteilen, Lektionen, die jedem die Verheißung moralischer Verbesserung bieten, der sie erfolgreich verinnerlicht. Wir werden besser, indem wir „Schindlers Liste“ ansehen, den unendlichen Wert allen menschlichen Lebens lernen und die moralische Verpflichtung, die Unterschiede von Minderheiten zu respektieren, so wie wir auch besser werden, indem wir Holocaustmuseen besuchen, wo dasselbe gelehrt wird. Aber durch Gedenken an jüdische Tote erwirkte moralische Verbesserung ist nur eine weitere subtile Form desselben Stammesethnozentrismus, den Spielberg zu verbergen suchte. Im zeitgenössischen Amerika und im Großteil des Westens ist ein anerkanntes Erbe des Opferstatus in der Vergangenheit eine Quelle politischer Macht in der Gegenwart, und unaufhörliches Gedenken des Holocaust ist, wie Novick es ausdrückt, die Belohnung für das Gewinnen einer „Goldmedaille in der Opferolympiade“, eine offizielle Anerkennung einer herausragenden Opferrolle, die Juden politisch noch mächtiger macht, während wir und sie uns gemeinsam ihrer Machtlosigkeit während des Krieges erinnern. Das Gedenken an die jüdische Schwäche vor sechzig Jahren läuft darauf hinaus, die jüdische Stärke von heute zu feiern. Das Holocaustgedenken sagt uns außerdem, daß jüdische Tote im Zweiten Weltkrieg viel bedeutsamer waren als andere Todesfälle, nachdem sie kollektiv ein einzigartiges Archiv unschätzbarer universaler Wahrheiten darstellen, obwohl die meisten derer, die den Holocaust nicht überlebten, zu Lebzeiten selber völlig gleichgültig waren gegenüber den universalen Wahrheiten, zu deren Lehre ihr Tod später gemacht wurde. Der öffentliche Diskurs über den Holocaust kann daher nur in gewundener Weise irreführend sein, nachdem sein zugrundeliegendes Motiv, wie Norman Finkelstein argumentiert, „jüdische Erhöhung“ ist, während seine offene Botschaft die menschliche Brüderlichkeit ist, eine universale Wahrheit, die der Judaismus, die am radikalsten ethnozentrische Religion der Geschichte, wohlweislich nie anerkannte. [3]

„Amerikanische Juden“, sagt Rabbi Michael Berenbaum, ein ehemaliger Direktor des US Holocaust Museum (USHMM), „bestärken ihr Engagement für den Pluralismus, indem sie sich der Greueltaten erinnern, die der Intoleranz entsprangen.“ [4] Die Behauptung, daß institutionalisierte Rückbesinnung auf deutsche Intoleranz und deutsche Greueltaten amerikanischen Pluralismus fördern wird, führt uns über fromme Gedanken an menschliche Brüderlichkeit hinaus. In einem Code sprechend, einem Code, der von den meisten Weißen noch nicht entziffert wurde, erklärte Berenbaum vorsichtig das seit langem bestehende Engagement des amerikanischen Judentums für rassische Balkanisierung („Pluralismus“) durch Multikulturalismus und nichtweiße Einwanderung, die beide, weil sie Euro-Amerikas rassisch-kulturellen Zusammenhalt auflösen, im gefühlten Gruppeninteresse des amerikanischen Judentums sind. Der jüdische Holocaust dient als herrschende Mythologie des Multirassentums. Nachdem rassische Balkanisierung schlicht nicht zum Nutzen der euro-amerikanischen Mehrheit ist, benötigt unsere sich entwickelnde multirassische Anti-Nation irgendeinen übergreifenden Mythos, der den Ausdruck von Gruppeninteressen der Mehrheit verhindert. Ein politisches Regime, dessen Überleben von weißer Passivität abhängt, muß weiße Selbstbehauptung diskreditieren, und der Holocaust hilft beim Erreichen dieses Ziels, indem er Weiße lehrt, ihre eigenen Interessen zu fürchten, während sie sich den Interessen anderer beugen. Die im Holocaustgedenken implizite Erhöhung der Juden muß jedoch unter der undurchsichtigen Sprache der Toleranz verborgen bleiben, nachdem systematische Täuschung der Preis ist, den Juden bezahlen, um die unwahrscheinliche Fiktion ihres selbstlosen Engagements für den Pluralismus aufrechtzuerhalten.

Der offenkundige Makel im Toleranzdiskurs des Holocaust, der Punkt, an dem das jüdische Eigeninteresse am offensichtlichsten wird, ist, Israel, die einzige offen rassebewußte Nation der Welt, ein Ethnostaat, der nicht der Toleranz und dem Pluralismus und der gewissenhaften Vermeidung von Greueltaten gewidmet ist, sondern der Bewahrung und Förderung eines einzigen Volkes, des jüdischen Volkes. Israel gewann seine ganze Existenz durch eine gewaltsame Durchsetzung rassischen Willens, die inkonsistent ist mit der rassischen Passivität, die die Holocaust-Lektionen gebieten. Die meisten israelischen Städte hatten einst arabische Namen, wie Moshe Dayan freimütig bestätigte. Im nun araber-reinen Samaria, einer ehemaligen palästinensischen Stadt, deren einheimische Bevölkerung während Israels Unabhängigkeitskrieg vertrieben wurde, haben Juden frech ein Holocaust-Museum errichtet, das den Anti-Nazi-Kämpfern im Ghetto gewidmet ist, ein Gedenken an alte jüdische Schwäche, die die Auswirkungen der neuen jüdischen Stärke heiligt. „Das Herz jeder authentischen Reaktion auf den Holocaust“, schreibt der Philosoph Emil Fackenheim, „…ist ein Engagement für die Autonomie und Sicherheit des Staates Israel.“ „Schindlers Liste“ endet dementsprechend in der nahöstlichen Zuflucht des Judentums vor europäischem Hass, womit er andeutet, daß all die vorhergehenden Prüfungen und Mühen der jüdischen Überlebenden in dem Film eine spezifisch zionistische Lektion erteilen. Im Westen schreiben die Lehren des jüdischen Holocaust Multikulturalismus und Einwanderung aus der Dritten Welt vor; für Israel, den jüdischen Staat, schreiben sie das genaue Gegenteil vor, indem sie das Recht der Juden lehren, unter anderen Juden innerhalb ihrer eigenen autonomen Nation zu leben, geschützt vor dem kontaminierenden Pluralismus durch eine Politik der Einwanderung nur für Juden. „Die Welt“, glaubt Alan Dershowitz, „schuldet den Juden und dem jüdischen Staat, der auf der Asche des Holocaust erbaut wurde, ein besonderes Verständnis.“ [5] Jüdischer Nationalismus wird vom Holocaust sanktioniert und verdient unser besonderes Verständnis; andere Nationalismen, besonders weiße Nationalismen, sind moralisch verboten.

Blu Greenberg, die Ehefrau von Rabbi Irving Greenberg, eines einflußreichen Befürworters des amerikanischen Holocaustgedenkens, glaubte einst, daß das jüdische Leiden während der Kriegszeit eine interne Gruppenerinnerung bleiben sollte, die nur den Juden heilig ist, änderte aber schnell ihre Meinung, nachdem sie einen interreligiösen Holocaust-Gottesdienst besuchte, wo sie es „bewegend und tröstlich fand zu sehen, wie Christen Tränen mit uns teilen, christliche Schuld anerkennen und sich der Sicherheit Israels verpflichten.“ Christliche Tränen und christliche Schuld kommen jüdischer Macht gleich, wie Blu Greenberg erkannte, aber Tränen der Schuld erbringen wertvollere politische Vorteile als bloße Tränen des Mitgefühls. Unsere Bereitschaft, Schuld zu akzeptieren, und der Eifer des amerikanischen Judentums, diese zuzuweisen, bilden gemeinsam die Vorbedingung für alle Bedeutungen des Holocaust und den Klebstoff, der sie ein einer Anzahl weitgehend unbestrittener und oft widersprüchlicher Lektionen zusammenhält. Der öffentliche Diskurs über den jüdischen Holocaust ist zusammenhanglos: er spricht in der universalistischen Sprache der Toleranz und Einbeziehung, während er jüdischen Partikularismus in Israel rechtfertigt; er behauptet, in Geschichten über jüdisches Leiden während der Kriegszeit unverwechselbar jüdische humanitäre Lektionen zu finden, die überall und auf jeden anwendbar sind, während er sie von der historischen Religion des Westens ausborgt; er lehrt menschliche Brüderlichkeit, während er das Leiden der Juden weit über alles andere Leiden stellt; er gedenkt der jüdischen Machtlosigkeit, während er jüdische Macht demonstriert.

Aber unter all seinen Täuschungen und Widersprüchen liegt die Botschaft der allgemeinen westlichen Verantwortlichkeit für die deutsche Mißhandlung der Juden, eine besondere Schuldhaftigkeit, die Rabbi Eliezer Berkovits, ein selbsternannter Holocaust-Theologe, „die maßlose christliche Schuld gegenüber dem jüdischen Volk“ genannt hat. [6]

Institutionalisiertes Holocaustgedenken in den Vereinigten Staaten setzt voraus, daß es den weißen Amerikanern deutlich an den verschiedenen moralischen Qualitäten mangelt, die das Holocaustgedenken angeblich einimpft, wohingegen die Juden dank ihrer Gruppenerfahrung der Verfolgung durch die Nazis die geeigneten Lehrer für die notwendigen Lektionen in rassischer Toleranz sind. Unnötig zu sagen, daß jene seltsamen Bedeutungen nicht ohne Unterstützung aus den Geschichten über deutsche Greueltaten gegen das europäische Judentum entstanden. Die Wahrheit unserer kollektiven Schuld erforderte eine aggressive Neuinterpretation des Zweiten Weltkriegs, einen Angriff gegen die moralische Legitimation der westlichen Nationen, die ihn führten und gewannen. Durch eine bemerkenswerte Verwandlung sind die alliierten Sieger zu Mittätern bei den Verbrechen und angeblichen Verbrechen des Regimes geworden, das sie besiegten, und den Krieg selbst hat man sich neu vorgestellt als judeozentrische moralische Prüfung, in der wir alle deutlich versagt haben. Unsere maßlose Schuld, zusammen mit dem gesamten darauf errichteten Gebäude des Holocaustgedenkens, ist eine Doktrin der moralischen Äquivalenz, die zurück in die Vergangenheit projiziert wurde, um die Gegenwart zu formen.

Eine frühe Holocaust-Lektion

1944, als sich der Krieg in Europa dem Ende näherte, setzte sich der damals in seinen Endzwanzigern befindliche jüdische Dramatiker Arthur Miller hin, um „Focus“ zu schreiben, seinen ersten und einzigen Roman. [7] Es würde eine kritische moralische Fabel über seine Mit-Amerikaner sein, denn Miller teilte nicht das heroische Selbstbild und den traditionellen Patriotismus, der die meisten anderen Amerikaner während der Kriegsjahre kennzeichnete. „Focus“, das 1945 veröffentlicht wurde, sollte eine fantasievolle Ausgestaltung einer sehr einfachen These sein: ein Jude in Roosevelts Amerika zu sein, war genauso, wie ein Jude in Hitlers Deutschland zu sein. In ihrem irrationalen Hass auf den jüdischen Anderen waren die weißen Amerikaner, dieselben weißen Amerikaner, die damals in Europa und im Fernen Osten gegen den Faschismus kämpften, nicht anders als Nazis.

Lawrence Newman, der WASP-Protagonist des Romans, ist ein Personalmanager in einer Firma, dessen ruhige bürgerliche Welt dauerhaft zerrissen wird, nachdem er beginnt, Augengläser zu tragen, was ihn seltsamerweise jüdisch aussehen läßt, eine gefährliche Bürde im Amerika von Arthur Millers fruchtbarer Fantasie. Ohne Brillen ist Newman ein in graues Flanell gekleideter Episkopaler, ein normaler weißer Amerikaner, trotz seines ethnisch zweideutigen Nachnamens; mit Brillen wird er von anderen weißen Amerikanern als verachteter Jude wahrgenommen und behandelt und sogar angegriffen, die alle rassistisch und antisemitisch sind, so wie es Newman gewesen war, bevor er sein künstliches Judentum erlangt hatte. Der organisierende erzählerische Dünkel des Romans, daß Augengläser einen antisemitischen Nichtjuden in einen Juden verwandeln können, befördert eine offensichtliche judeozentrische Bedeutung: Lawrence Newman, in seiner schuldhaften Blindheit gegenüber der ihn umgebenden Intoleranz, muß erst als Jude gesehen werden, um klar zu sehen. Daher entdeckt Newman in seiner neuen Rolle als Jude wider Willen, der die Welt nun durch die jüdische Linse sieht, die ihm durch seine rassische Marginalisierung verliehen wurde, nach und nach, daß sein homogenes New Yorker Stadtviertel, das einst als wohlwollendes soziales Umfeld gemeinschaftlicher Freundlichkeit erschien, in Wirklichkeit unter seiner beschaulichen Oberfläche ein siedender Kessel von Xenophobie und Hass ist, zumindest für jeden mit dem Pech, anders zu sein, oder in seinem Fall bloß anders zu erscheinen. „Hinter diesen gemütlichen Flachdachhäusern“, nimmt Newman nun wahr, „wurde nachts ein scharfkralliges und mörderisches Monster geformt, und seine Augen ruhten auf ihm.“

Der historische Kontext des Romans ist entscheidend für sein Thema. In „Focus“ scheint der Krieg in Europa, der in unserer Propaganda als ein titanisches Ringen des Guten gegen das Böse dargestellt wurde, wenig mehr als ein ferner Wettstreit zwischen zwei rivalisierenden Gruppen von Pogromisten zu sein, von denen jeder sein eigenes „mörderisches Monster“ des Rassenhasses nährt. In Europa führen deutsche Nazis Massenerhängungen von Juden durch, während zu Hause zornige Antisemiten, organisiert in der Christian Front, die Teil eines großen Netzwerks von über das ganze Land verbreiteten patriotischen Organisationen ist, Juden schlagen und Puertoricanerinnen vergewaltigen, während sie auf die Rückkehr des amerikanischen Militärs warten, welches dann die tödliche Rolle von Sturmtruppen einnehmen wird, um die Juden aus Amerika zu vertreiben, beginnend zuerst in New York, dem Zentrum des Judenhasses. Der Säuberungskrieg des weißen Amerika gegen das Judentum wird beginnen, wie ein aktivistischer Nachbar Newman mitteilt, „wenn die Boys nach Hause kommen“, nachdem die Kämpfer im europäischen Krieg in ihrem unversöhnlichen Antisemitismus eins sind mit ihren deutschen Feinden.

In dem politischen Umfeld, in dem wir jetzt alle leben, ist nichts an „Focus“ alarmierend, nichts davon wäre in einem Sensibilitätsseminar oder einem antirassistischen Erziehungsprogramm deplaziert. Die Vision des Romans von einem virulent rassistischen Amerika wäre 1945 als radikal erschienen; jetzt ist sie gang und gäbe, besonders für junge Weiße, die einem rigorosen Programm multikultureller Fehlerziehung unterzogen werden. Miller, alarmiert davon, daß Nichtjuden „die bedrohliche Existenz des Nazismus“ nicht begreifen, und unbeeindruckt davon, daß viele Männer seiner Altersgruppe damals in Europa im Kampf gegen die Deutschen starben, nahm es auf sich, eine frühe Version dessen zu lehren, was mit der Zeit die heimtückischste der zahlreichen Lektionen des jüdischen Holocaust werden sollte, nämlich, daß hinter dem oberflächlich zivilisierten Äußeren des Westens pathologischer („Nazi“) Hass lauert. Während die amerikanische Propaganda der Kriegszeit das nationalsozialistische Deutschland natürlich als den moralischen Gegenbegriff zu den Vereinigten Staaten im Besonderen und zum demokratischen Westen im Allgemeinen präsentierte, ersetzte Miller das durch eine sehr unterschiedliche, gegensätzliche Struktur, die die Juden auf eine Seite stellt und die tödlich böswilligen Weißen auf die andere, mit rassischen Minderheiten wie Schwarzen und Puertoricanern in Nebenrollen als gelegentliche Opfer weißer Intoleranz. Diese Struktur, die Miller vielleicht als erster entdeckt hatte, verschmolz die Deutschen und ihre Feinde, um die weißen Nichtjuden als Ganzes zu nazifizieren. „Focus“ war eine gründliche Verleumdung Euro-Amerikas wegen seines endemischen Antisemitismus und Rassenhasses, deren Zweck es war, jede bedeutende moralische Unterscheidung zwischen uns und dem Propagandabild des Nazis auszutilgen. Millers Nazifizierung benötigte den Nazi als die anerkannte Verkörperung des Bösen, aber seine konkreten Ziele waren die weißen Amerikaner, die ihre eigenen sichtbaren rassischen Pathologien noch nicht erkannt hatten.

Dankbarkeit ist niemals ein jüdischer Charakterzug gewesen. „Die bedrohliche Existenz des Nazismus“, würde jeder denken, der mit jüdischen Idiosynkrasien nicht vertraut ist, sollte Arthur Miller dazu angespornt haben, über die sehr bedeutenden Unterschiede zwischen Hitlers Deutschland und Roosevelts Amerika nachzudenken und dankbar zu sein für das, was er hatte. Das nationalsozialistische Deutschland, das sich auf die Eliminierung des jüdischen Einflusses auf die deutsche Gesellschaft festgelegt hatte, war ein systematisch antisemitisches Regime; die Vereinigten Staaten waren das nicht. Amerikanischer Antisemitismus war trotz Millers wahnsinnig paranoiden Ängsten niemals zu einer ernsthaften politischen Kraft geworden, und jede vernünftige Litanei jüdischer Beschwerden gegen Euro-Amerikaner wäre kurz gewesen: Country Clubs, die Juden ausschlossen; ein prominenter Lynchfall am verurteilten Kindermörder Leo Frank; eine allgemeine Irritation über jüdische Vulgarität; ein sehr berechtigter Argwohn gegen jüdische Geschäftspraktiken; gelegentliche Beschwerden über die jüdische Neigung zu Marxismus und politischer Subversion, ebenfalls sehr gerechtfertigt. [8] Keine Pogrome, keine organisierte Gewalt, nichts von dem systematischen Antisemitismus, den jüdisches Gruppenverhalten oft hervorgerufen hat. Die bemerkenswerte Leichtigkeit, mit der das organisierte Judentum Charles Lindbergh wegen seiner milden Kritik an der jüdischen Agitation für den amerikanischen Eintritt in den Europäischen Bürgerkrieg erfolgreich an den Pranger stellte, ist ein vielsagender Beispielsfall: aus einem Wettstreit zwischen der Macht des Etiketts „Antisemit“ und dem Prestige von Amerikas meistbewundertem Nationalhelden ging der Nationalheld als Verlierer hervor. Die Vereinigten Staaten waren, wie Adolf Hitler bemerkte, die „neuen Jagdgründe“ der Juden, eine tolerante Umgebung, die jüdischen Interessen überraschend förderlich war; aber Miller weigerte sich, sein Glück anzuerkennen, nachdem dies ein stillschweigendes Kompliment an die weiße amerikanische Nation erfordert hätte, die er so leidenschaftlich hasste.

„Focus“ ist mit seinem oft karikaturenhaften Didaktizismus kein literarischer Meilenstein. Er war jedoch ein zutiefst prophetischer Roman, und er veranschaulicht in hilfreicher Weise, wie das ideologische Ziel des jüdischen Holocaust, das judeozentrische Antirassentum, welches das Holocaust-Gedenken später lehren würde, in der ethnischen Unzufriedenheit und kulturellen Entfremdung des amerikanischen Judentums bereits inbegriffen war. Ein fantasiereicher Jude, der vor der Befreiung der deutschen Konzentrationslager schrieb, konnte ohne Holocaust zur nazifizierenden Holocaustpropaganda gelangen, was nahelegt, daß der Holocaust nicht Ereignisse während des Zweiten Weltkriegs repräsentiert, sondern vielmehr Einstellungen der Juden gegenüber ihren Wohltätern offenbart. Der Holocaust war als Idee latente jüdische Rassenaggression, die sowohl auf ein Symbol als auch auf eine Gelegenheit wartete, sich auszudrücken.

Die Nazi-Lager

Im April 1945 befahl Dwight Eisenhower, der alliierte Oberbefehlshaber in Westeuropa, daß Truppen unter seinem Kommando Ohrdruf besichtigten, ein Nebenlager von Buchenwald und das erste Konzentrationslager auf deutschem Boden, das befreit werden sollte. Er hatte einen erzieherischen Zweck im Sinn: „Man sagt uns, daß der amerikanische Soldat nicht weiß, wofür er kämpft. Nun wird er wenigstens wissen, wogegen er kämpft.“ General Eisenhower war nicht allein in dem Glauben, daß die Lager dem Krieg in Europa moralische Klarheit verliehen. Die Anti-Nazi-Propaganda hatte den Deutschen eine Palette bösartiger Eigenschaften zugeschrieben, die sie von uns unterschied: Arroganz, Grausamkeit, blinder Gehorsam gegenüber verbrecherischen Befehlen, unprovozierte Gewalt gegen Wehrlose. Wie die meiste moderne Kriegspropaganda hatte sie das Böse auf den Feind externalisiert und damit allen Feinden des Feindes heroische Güte verliehen, den westlichen Demokratien und ihrem edlen sowjetischen Verbündeten. Die befreiten Lager mit ihren Legionen ausgemergelter Leichen und oft zum Skelett abgemagerten Insassen waren lebhafte Bestätigungen der deutschen Finsternis und des alliierten Lichtes. Die Nazi-Konzentrationslager lieferten rückwirkend, wie Novick bemerkt, „das Symbol, das die Bedeutung des Krieges definierte.“ [9] Amerikanische Soldaten konnten nun mit ihren eigenen Augen solide Beweise für das Böse sehen, gegen das sie gekämpft hatten.

Sechzig Jahre danach nehmen wir nun allgemein an, daß die amerikanischen und britischen Befreier deutscher Konzentrationslager Zeugen des „Holocaust“ waren und daß die Lagerinsassen, die sie befreiten, dessen jüdische „Überlebende“ waren. Diese Annahme ist, wie Novick aufzeigt, ein Irrtum, unsere eigene retrospektive Interpretation der Beweise, eine Fehlinterpretation, die durch die Zentralität geformt wurde, die der Holocaust, ein Begriff, dessen Bedeutung keiner der Befreier verstanden hätte, in unserem Kollektivbewußtsein erworben hat. Auf Fotos von Überlebenden der Lager sehen wir nun Juden, aber im Frühjahr 1945 sahen die alliierten Soldaten in den leibhaftigen Insassen, die sie befreiten, keine Juden. Sie sahen politische Gefangene und Widerstandskämpfer, „die Männer aller Nationen, die Hitlers Agenten als Hauptgegner des Nazismus ausgewählt hatten“, wie ein Reporter von „Life“ die Insassen von Dachau beschrieb. Die meisten journalistischen Berichte von der Befreiung der Lager waren in ähnlicher Sprache gehalten; „Jude“ kam in Edward R. Murrows berühmter Radiosendung aus Buchenwald nirgends vor. „Es gab nichts in der Berichterstattung über die Befreiung der Lager“, schreibt Novick, „das die Juden als mehr behandelte denn als unter den Opfern der Nazis befindlich; nichts, das darauf hindeutete, daß die Lager für irgendetwas anderes emblematisch seien als für Nazibarbarei im Allgemeinen; das heißt, nichts, was sie mit dem in Verbindung brachte, was heute als ‚der Holocaust’ bezeichnet wird.“ [10] Die Schreckenslager, wie Eisenhower sie nannte, waren kein Beweis für Nazi-„Rassismus“, noch waren deren Insassen „Überlebende“ einer genozidalen Endlösung gegen die Juden. Die Lager waren statt dessen die Ergebnisse der Nazidiktatur, Beweise für politische Verbrechen gegen Anti-Nazis, die als Kontrast dienten, um die angloamerikanischen Traditionen der politischen Freiheit zu bestätigen. Gottlose deutsche Faschisten waren sichtlich zu solchen Verbrechen gegen politische Gegner fähig, während wir im demokratischen Westen das nicht waren.

In einer wichtigen Hinsicht war ihre damalige Interpretation der Wahrheit viel näher als unsere heute: nur etwa ein Fünftel der von Amerikanern befreiten Gefangenen waren Juden. Bei weitem die Mehrheit waren Nichtjuden, manche davon echte Widerstandskämpfer, viele apolitische Kriminelle, viele andere Kommunisten, die als politische Feinde des antimarxistischen NS-Reiches für die Dauer des Krieges interniert worden waren. Obwohl unsere Augen darauf trainiert worden sind, auf Fotos und in alten Wochenschauen aus Dachau und Buchenwald Juden zu sehen, die gezielt zur rassischen Vernichtung ausgewählt wurden, täuschen uns unsere Augen. Juden bildeten die Mehrheit der Insassen in deutschen Konzentrationslagern im Osten, besonders in Auschwitz, aber nicht in den Lagern auf deutschem Boden und daher nicht in den Lagern, die von Amerikanern befreit wurden. Für Amerikaner von 1945 drückte sich das menschliche Gesicht des Nazi-Konzentrationslagers großteils in Fotografien von europäischen Nichtjuden aus, nicht in toten Juden. Die vorherrschende politische Sicht auf die Lager, die deren Insassen als tapfere Mitkämpfer in unserem Kreuzzug gegen die Nazityrannei sah, war völlig überzeugend. [11]

Margaret Bourke-Whites berühmtes Foto für „Life“ von der Befreiung Buchenwalds: Auf Bildern von Konzentrationslagern sehen wir nun Juden, aber die meisten der Männer hinter dem Draht waren gewiß weiße Nichtjuden, wie auch eine bedeutende Mehrheit der Gefangenen in dem Lager. Dieses Bild ist in ein ikonisches Abbild des jüdischen Holocaust umgewandelt worden, und es wurde auf einer Gedenkbriefmarke als solches präsentiert, aber die Bilder aus dem Lager wurden von der Generation, die den Krieg führte, ganz anders wahrgenommen. Bourke-White erwähnte in ihrem Bericht über das Fotografieren in Buchenwald niemals Juden. Wenn wir nun versuchen, diese Männer als europäische Widerstandskämpfer und politische Dissidenten zu sehen statt als jüdische „Holocaust-Überlebende“, können wir einigermaßen die anfängliche alliierte Interpretation des Nazi-Konzentrationslagers zurückgewinnen. Ein Deutscher von 1945 hätte sie mit einiger Berechtigung als Kommunisten und Kriminelle gesehen.

Es sollte überflüssig sein zu erwähnen, daß keiner der amerikanischen Befreier sich mitschuldig fühlte, keiner fühlte, daß sie irgendwie Mittäter in dem Gemetzel vor ihnen waren, keiner fühlte, daß sie Tränen der Reue für die Opfer vergießen sollten. Manche humanitär Gesinnte warnten vor der Veröffentlichung fotografischer Beweise für Nazigreueltaten, aus Furcht, daß dies einen Geist der Rache gegen das am Boden liegende Deutschland befeuern könnte; niemand machte sich Sorgen, daß Nazigreuel bei den Siegern Schuldgefühle hervorrufen würden, weil sie sie nicht verhindert hatten oder Teil des kulturellen Systems gewesen waren, das sie begangen hatte. Unsere Seite, der demokratische Westen, hatte gerade sie besiegt, die faschistischen Diktaturen. Dachau und Buchenwald legten Zeugnis ab für unsere Güte und deren Böses. Die Freiheit hatte die Tyrannei besiegt. Es war eine polarisierende und triumphalistische Interpretation, passend für die Sieger im destruktivsten Konflikt der Geschichte.

Die Welt wäre heute ein besserer Ort, wenn Deutschland und seine Verbündeten den Krieg in Europa gewonnen hätten; sie wäre ein immens besserer Ort, wenn der Krieg gar nicht erst geführt worden wäre. Aber angesichts der unabänderlichen Endgültigkeit des Krieges im Jahr 1945 war das triumphalistische Narrativ des Siegers eine vernünftige Interpretation eines unnötigen Blutvergießens, zumindest wenn man einer der Nationen angehörte, die auf der Siegerseite von Europas Bürgerkrieg gekämpft hatten. Wenn man ein Deutscher war, dann war unsere Wahrnehmung des eigenen Bösen eine schreckliche Verleumdung gegen einen selbst und seine Nachkommen. Die Verlierer eines Krieges schreiben jedoch selten die Geschichte ihrer Niederlage. Die Geschichte wird gewöhnlich von den Siegern geschrieben, und die Geschichte unserer Sieger diente unseren provinziellen Interessen. Sie sagte etwas Gutes über uns selbst aus, und es würdigte die vielen alliierten Leben, die der brudermörderische europäische Krieg unnötigerweise gekostet hatte.

Ausweitung der Schuld

Nach seinem Besuch in Ohrdruf schrieb Eisenhower einen Brief an General George Marshall: „Die Dinge, die ich sah, übersteigen die Beschreibung… Die sichtbaren Beweise und die mündlichen Zeugenaussagen über Hunger, Grausamkeit und Bestialität waren so überwältigend… ich machte diesen Besuch absichtlich, um in der Lage zu sein, aus erster Hand Zeugnis über diese Dinge abzulegen, falls sich in der Zukunft jemals eine Tendenz entwickelt, diese Behauptungen als bloße Propaganda darzustellen.“

Eisenhowers Worte sind an der Außenmauer des USHMM in Stein gemeißelt und bieten nichtjüdische Anerkennung für den darin verehrten Judeozentrismus. Die Worte sind wahr – das heißt, General Eisenhower hat sie tatsächlich geschrieben – aber man hat sie sich jetzt für einen ganz anderen Diskurs angeeignet, den Diskurs vom jüdischen Holocaust, sodaß man Eisenhower jetzt in ihrem neuen Kontext als Teil eines Monuments, das dem Leiden der Juden im Europa der Kriegszeit gedenkt, vom Holocaust sprechen läßt, der industriell geplanten Auslöschung von sechs Millionen Juden, einem rassischen statt eines politischen Verbrechens. Der Unterschied ist wesentlich, nicht einfach ein neues Etikett, mit dem man alte Ereignisse versieht. Denn der jüdische Holocaust ist die Abschwächung und sogar die Verdrängung der heroischen Version des Zweiten Weltkriegs – der Version, die die alliierten Soldaten, die kämpften und starben, um ihn zu gewinnen, zu Recht oder Unrecht glaubten – zugunsten einer anderen Version, einer jüdischen Version, die den Siegern dieselben Sünden zuschreibt wie den Besiegten. Während die Männer, die die Lager befreiten, dachten, daß sie wie der Heilige Georg als Drachentöter einem Bösen ein Ende gesetzt hätten, hatten sie gemäß dem zwanzig Jahre später aufgekommenen Holocaust-Diskurs bloß ihr eigenes moralisches Versagen aufgedeckt, dessen Quelle immer noch beseitigt werden muß.

Die europäischen Juden wurden nicht nur von Deutschen getötet, sondern auch von „Apathie“ und „Schweigen“ in den Vereinigten Staaten und Großbritannien, wobei die Apathie und das Schweigen Produkte eines weit verbreiteten Antisemitismus waren, den die anglo-amerikanische Welt mit ihren deutschen Feinden teilte. Diese Standardaussage des Holocaust-Diskurses, die von vielen jüdischen Autoren in vielen Formen wiederholt wurde, ist ein durchsichtiger ad-hoc-Versuch, um ein großes, unbequemes Hindernis zu überwinden: die westlichen Alliierten hatten selber keine europäischen Juden getötet. Die Anschuldigung, daß Hitler einen Völkermord versucht hätte, die physische Auslöschung aller Juden, wäre politisch inaktiv geblieben, nützlich für die Eintreibung von Reparationen von Deutschland, aber ohne in den Vereinigten Staaten besondere Vorteile zu bieten, sofern man sie nicht so umfassend darstellte, daß unsere rassische Intoleranz, einen Ozean von Auschwitz entfernt, zu den Ursachen gezählt werden konnte. Daher ist in den letzten Jahrzehnten zusätzlich zu polemischen Studien, die den Holocaust als Höhepunkt einer langen Geschichte des europäischen Antisemitismus plazieren, eine wachsende Anzahl gleichermaßen polemischer Forschungsarbeiten entstanden, mit Titeln wie „The Jews Were Expendable“ („Die Juden waren entbehrlich“) und „The Abandonment of the Jews“ („Die Preisgabe der Juden“), die die Alliierten und besonders die Vereinigten Staaten anklagten, weil sie den Holocaust nicht verhindert hatten. Mit dem Ausbruch des europäischen Krieges fiel das Schicksal von sechs Millionen Juden in die Hände der amerikanischen Regierung, und die amerikanische Regierung, die die fremdenfeindliche Bigotterie des amerikanischen Volkes widerspiegelte, ließ sie vorsätzlich sterben. [12]

Weil sie die Juden nicht gerettet hatten, klagte die USHMM-Sprecherin Helen Fagin vor einem Jahrzehnt an, waren die Amerikaner genauso schuldig wie judentötende Deutsche. [13] Fagin faßte unverblümter als die meisten offiziellen Holocaust-Propagandisten eine ideologische Revolution zusammen, die die deutschen Konzentrationslager von einem spezifischen Beweis für Nazityrannei in ein verallgemeinertes Symbol weißer Schuld verwandelt hatte. Sie bekundete auch die stillschweigende Rechtfertigung für ihr Museum. Weiße Schulkinder besuchen das USHMM, zusammen mit Dutzenden ähnlicher Institutionen, nicht um amerikanisches Heldentum im Krieg zu ehren oder die moralische Gewißheit wiederzugewinnen, die die Lager einst hervorriefen, sondern um die Lektionen von der Schuldhaftigkeit ihrer Vorfahren zu lernen, um zu entdecken, wie unsere alten, selektiven („rassistischen“) Einwanderungsgesetze und unser vorsätzliches Versäumnis, die Juden zu retten, den Holocaust verursachten, wobei beide Behauptungen wichtige Bestandteile der erzieherischen Mission des Museums sind. Viele derselben Fotografien, die die Amerikaner 1945 sahen, werden reproduziert, und die physische Gestalt der Lager darin bleibt ähnlich, aber ihr moralischer Gehalt ist dramatisch verändert worden. Wir sind mitschuldig an den Ereignissen, die der „Holocaust“ bezeichnet.

„Wenn man als Jude erzogen wurde“, meinte der Anthropologe Ashley Montagu (Israel Ehrenberg) einmal, „dann weiß man, daß alle Nichtjuden Antisemiten sind.“ [14] Dementsprechend müssen Besucher des Museum of Tolerance des Simon Wiesenthal Center in Los Angeles, das über „die Dynamik von Rassismus und Vorurteilen in Amerika und die Geschichte des Holocaust“ unterrichtet, die verschiedenen pädagogischen Ausstellungen durch eine Tür betreten, die mit „Vorurteilsbehaftet“ in roter Neonschrift gekennzeichnet ist. Obwohl eine weitere Tür für jene, die annehmen, daß sie durch das Museum gehen dürfen sollten, ohne rassische Schuld zu akzeptieren, mit „Vorurteilsfrei“ markiert ist, kann diese zweite Tür in Wirklichkeit nicht geöffnet werden. Sie ist versperrt, ein betrügerisches Lehrbeispiel, das die antirassistische Kernbedeutung des Holocaust zusammenfaßt. Unsere moralischen Mängel – unser „Rassismus“ und unsere „Vorurteile“ – sind von zentraler Bedeutung für die Thematik des Holocaust, und wir können nicht Toleranz lernen und nicht einmal das Toleranzmuseum besichtigen, ohne sie zuerst anzuerkennen. Nachdem Vorurteile gegen andere oft das ungefähre Äquivalent zu einer Bevorzugung des Eigenen sind, nazifiziert die Holocausterziehung den politisch gefährlichen weißen Rassenzusammenhalt, den sie bedroht. „Vorurteil“, müssen wir lernen, ist ein besonders gemeiner Geisteszustand, und wir alle, ausgenommen unsere jüdischen Lehrer, sind davon befallen.

Im Tolerance Museum, das von militant zionistischen orthodoxen Juden betrieben wird, leisten Kolumbus und die Pilgerväter Hitler, Saddam Hussein und Pol Pot Gesellschaft als Beispiele für genozidale Intoleranz, was ein guter Hinweis auf die Größenordnung der politischen Ambitionen des Museums ist. Nicht nur unsere gegenwärtigen Mängel, sondern sogar unsere vornationalen Ursprünge müssen im massiven Schatten des Holocaust neu interpretiert werden, wobei unsere alten Verstöße gegen den Kanon der Toleranz als Vorboten des unendlich größeren Verbrechens dienen, das folgen sollte. Innerhalb dieser holocaust-zentrierten Historiographie werden die Leben und die Vorurteile unserer Vorfahren zu Urbildern der Naziverbrechen gegen die Juden, ein Geschichtsmodell, in dem das Gedenken an jede beliebige Zahl von Verbrechen gegen verschiedene rassische Minderheiten Platz hat, vorausgesetzt, daß der jüdische Holocaust das ultimative Verbrechen bleibt, auf das sie alle unmißverständlich hindeuten, so wie die Vorläufer in der Bibel ihre Erfüllung vorhersehen. Intolerante Pilgerväter töteten die Pequod-Indianer, lernt ein Besucher des Tolerance Museum, und intolerante Deutsche würden später Juden töten. Das frühere Verbrechen war ein Vorzeichen des definitiven Verbrechens, nachdem der Holocaust der moralische Terminus ist, auf den hin die gesamte westliche Geschichte gerichtet war, das definierende Ereignis, nach dem sich alles orientiert, was ihm vorausging, und alles, was folgte. Das Tolerance Museum – dessen hebräischer Name Beit Hashoah ist, Haus der Shoah – lehrt explizite Holocaust-Lektionen, die ihre Macht aus der institutionalisierten Erhöhung der jüdischen Leiden während der Kriegszeit zum schrecklichsten Verbrechen der Geschichte und der damit einhergehenden moralischen Verpflichtung ableitet, die nun ins Bildungssystem eingebettet ist, um sicherzustellen, daß es nie wieder geschieht, eine Verpflichtung, die fortwährende Unterweisung und ständige Selbstuntersuchung erfordert, wie auch eine systematische Neubewertung unserer Geschichte. Wir alle, Deutsche und Nicht-Deutsche gleichermaßen, müssen uns dem Rat des Simon Wiesenthal Center zufolge selbst überwachen und unseren inneren Nazi bekämpfen, damit unsere rassischen Vorurteile nicht zu einem weiteren Holocaust metastasieren.

Das USHMM an der Mall in Washington und das Museum of Tolerance in Los Angeles sind zusammen mit all den anderen Holocaust-Gedenkstätten, die das Terrain dazwischen übersäen, physische Verkörperungen der Neuinterpretation des Krieges durch das amerikanische Judentum, wie auch öffentliche Anerkennungen dessen politischem Triumphes. Der jüdische Holocaust ist keine Ansammlung wahrer und fabrizierter deutscher Greueltaten; er ist eine rassisch aggressive Ausweitung der Schuldhaftigkeit, eine Nazifizierung der westlichen Zivilisation, die sich auf die normalerweise unausgesprochene Prämisse stützt, daß die Alliierten „genauso schuldig“ waren wie die Deutschen. Er macht das, was früher ein auswärtiges Böses war, zu etwas Einheimischem, indem es uns dieselbe Pathologie zuschreibt, die wir vor sechzig Jahren fälschlicherweise unseren Feinden zuschrieben. Die läuternde Konfrontation mit einer kriminellen Vergangenheit, die wir einst den besiegten Deutschen aufzwangen, lassen wir uns jetzt selbst von den Juden aufzwingen.

Shoah und Holocaust

In seiner gegenwärtigen judeozentrischen Bedeutung ging das kleingeschriebene Wort „holocaust“ erstmals 1961 während des Eichmann-Prozesses in Jerusalem als Übersetzung des hebräischen Shoah („Desaster, Katastrophe“) zaghaft ins Englische ein. Eichmann war angeklagt, diese Shoah organisiert zu haben, die Auslöschung des europäischen Judentums, und die amerikanische Medienberichterstattung von dem Prozeß verwendete „holocaust“ als ungefähres englisches Äquivalent, einer existierenden israelischen Praxis folgend. Shoah als Ausdruck des Desasters, das die Juden Europas befallen hatte, war unter palästinensischen Juden sogar schon vor dem Krieg in Umlauf, spezifisch auf 1933 zurückgehend, das Jahr von Hitlers Wahlsieg in Deutschland, der als Desaster für die Juden wahrgenommen wurde; und 1942 hatten unternehmungslustige Juden im Yishuv [der jüdischen Siedlergemeinschaft in Palästina vor der Gründung Israels; d. Ü.] bereits mit Plänen für eine Gedenkstätte begonnen, aus der später das Yad Vashem Holocaust Memorial Center werden sollte, um der Shoah zu gedenken, lange bevor der Großteil der Todesfälle, an die die Gedenkstätte später erinnern sollte, tatsächlich geschehen waren. Aber außerhalb Israels waren die jüdischen Toten während des Zweiten Weltkriegs bis zum Eichmann-Prozeß nicht leicht von den mehr als fünfzig Millionen Nichtjuden zu unterscheiden, die umkamen, und ein „holocaust“ blieb ein Brandopfer in seinem ursprünglichen biblischen Kontext, und ein Ausdruck, der im alltäglichen Sprachgebrauch jede zerstörerische Feuersbrunst bezeichnete. In diesem letzteren Sinne war „holocaust“ verwendet worden, um verschiedene Zerstörungsakte zu beschreiben, die den Alliierten von der Achse zugefügt worden waren, ohne Implikation, daß Juden unter den Opfern bemerkenswert waren. Vor der Verbreitung des Holocaust im gesamten Westen, eines exklusiv jüdischen Holocaust, der von anderen Feuersbrünsten kategorisch getrennt war, fehlte dem Leiden des europäischen Judentums ein Name und eine eigenständige Identität; es war nur Leiden, begrifflich ununterscheidbar von anderen Leiden während der Kriegszeit. Das Leiden eines Amerikaners, der am D-Day verkrüppelt wurde, und das Leiden eines Juden, der in Bergen-Belsen verhungerte, gehörten zur selben breiten allgemeinen Kategorie von Leiden und Tod im Krieg. Beides war Gewalt, die uns von unserem gemeinsamen Nazi-Feind im Laufe eines schrecklichen Krieges zugefügt worden war, den wir gewonnen hatten. [15]

Der Holocaust, groß geschrieben, um seine erderschütternde Bedeutung zu illuminieren, war die vorsätzliche Loslösung der jüdischen Toten von anderen alliierten Toten, wobei die jüdischen Todesfälle einen besonderen Namen und eine besonderen moralischen Stellenwert erhielten, wodurch er ein qualitativ besonderes Ereignis der Kriegszeit wurde, von anderer Art als alle anderen Kriegsereignisse und beispiellos in seinen weltgeschichtlichen Implikationen. Daher das Bedürfnis nach zahllosen Gedenkstätten, um sein Andenken zu bewahren. Daher das Bedürfnis nach vorbeugenden erzieherischen Maßnahmen, um seine Wiederholung zu verhindern. Daher die stetig abnehmende Bedeutung des Krieges, während dessen er stattfand. Der Zweite Weltkrieg ist nun, wie Rabbi Berenbaum einst prahlte, zu einer bloßen „Hintergrundgeschichte“ des jüdischen Holocaust geworden. Aber der Holocaust, wie er in den 1960ern und 1970ern in unseren Wortschatz und in unsere konzeptuelle Landschaft einging, war nicht einfach die Unabhängigkeitserklärung des Judentums an die alliierten Sieger; er enthielt auch ein Urteil. Mit der Ankunft des Holocaust wurde das Nazi-Konzentrationslager, das zuvor unsere vergleichsweise Güte bezeugt hatte, zur sichtbaren Offenbarung des riesigen moralischen Scheiterns unserer gesamten Zivilisation. „Die Schuld Deutschlands“, erklärte Eliezer Berkovits 1973, „ist die Schuld des Westens. Der Fall Deutschlands ist der Fall des Westens. Im Holocaust kamen nicht nur sechs Millionen Juden um. In ihm verlor die westliche Zivilisation auch ihren Anspruch auf Würde und Respekt.“ [16]

„Die Einzigartigkeit des Holocaust“, erläutert der zionistische Schriftsteller Gershon Mamlak, „manifestierte sich in zweifacher Form: der Art, wie die Opfer ihn erlebten, und der Art, wie die nichtjüdische Welt ihn beging und/oder erlebte.“ Mamlak bietet eine prägnante Darstellung einiger wichtiger Holocaust-Dogmen. „Einzigartigkeit“ ist entscheidend und liefert ein historiographisches Gegenstück zur religiösen Doktrin von Jehovas Auserwählung Israels als sein bevorzugtes Volk. Jüdisches Leiden während des Zweiten Weltkriegs war in seiner Art verschieden von allen anderen Leiden, so einzigartig, daß selbst der Vergleich des jüdischen Holocaust mit geringeren Holocausts als eine Form von Blasphemie betrachtet werden kann. Einzigartig böse Behandlung von Opfern sollte natürlich mit dem einzigartigen Bösen eines spezifischen Täterkreises verbunden sein, aber im Holocaust-Diskurs stehen die jüdischen Opfer des einzigartigsten Verbrechens der Geschichte in Opposition zur gesamten nichtjüdischen Welt, die hinsichtlich ihrer Beziehung zum Holocaust als eine einzige Kategorie konzipiert wird, die Täter und Zuschauer zusammenfaßt, welche eine gemeinsame Schuld miteinander teilen. „Die [nichtjüdische] Welt“, teilte Rabbi Shlomo Riskin einer Gruppe jüdischer Touristen mit, die Auschwitz besuchten, „ist in zwei Teile geteilt: jene, die aktiv mit den Nazis mitmachten, und jene, die passiv mit ihnen kollaborierten.“ Deutsche Nazis und ihre Verbündeten ermordeten die Juden; die gesamte nichtjüdische Welt, die aus aktiven Nazi-Teilnehmern und ihren passiven Kollaborateuren bestand, war schuldig. Der intensive Ethnozentrismus des Judentums hat die Menschheit traditionell in Juden und die „Nationen der Welt“ unterteilt und dabei die Unterschiede verwischt, die jede nichtjüdische Nation von anderen unterscheiden, wobei das definierende Merkmal unserer verschiedenen Nationen in jüdischen Augen ihr Nicht-Judentum und somit ihre inhärente Unreinheit ist. Der Holocaust-Diskurs wiederholt diese uralte Teilung und zieht nicht nur eine Linie, die Juden von allen anderen trennt, sondern errichtet auch eine moralische Barriere entlang dieser Linie, bei der wir alle auf der falschen Seite stehen. Laut Eliezer Berkovits „reagierten die [nichtjüdischen] Nationen, besonders in der westlichen Welt, durch lange Jahrhunderte hindurch auf die Existenz des jüdischen Volkes mit einer Form sadistischer Grausamkeit, die bestialisch zu nennen eine Beleidigung für die Tierwelt wäre.“ [17]

Jerzy Kosinskis „Painted Bird“, das 1965 veröffentlicht wurde und im Polen der Kriegszeit spielt, gehört zu den frühesten Darbietungen der Enthüllung allgegenwärtiger nichtjüdischer Barbarei durch den jüdischen Holocaust und sollte als erster bedeutender literarischer Ausdruck des entstehenden Holocaust-Bewußtseins des Diaspora-Judentums betrachtet werden. Kosinskis fantasievolle Behandlung der Schrecken der Kriegszeit reflektierte eine vorsätzliche Entscheidung, wie Millers Entscheidung zwanzig Jahre früher, den prototypischen weißen Anderen unter völliger Gleichgültigkeit gegenüber der wirklichen Geschichte als die böswillige Quelle jüdischen Leidens zu definieren, als den modernen Amalek. Kosinski (Lewinkopf) und seine Familie wurden, was eine biographische Tatsache ist, während der brutalen deutschen Besatzung von polnischen Bauern beschützt, aber als er dazu kam, seine fiktiven Holocaust-Memoiren niederzuschreiben, entschied er sich trotzdem dafür, seine katholischen Wohltäter zu nazifizieren und die Polen in hasserfüllte Pogromisten zu verwandeln, die den sechsjährigen Protagonisten des Romans einer Reihe fantasievoller sadistischer Grausamkeiten unterzogen, von denen keine je stattfand. Kosinskis reale Erfahrungen im besetzten Polen, ein Leben in vergleichsweiser Bequemlichkeit unter den Polen, die er später verleumden sollte, hätte ihn dazu bringen sollen, die Interpretation des Krieges durch die Sieger zu befürworten: auf der einen Seite die bösen Deutschen, auf der anderen Seite wir, die Feinde der bösen Deutschen, in diesem Fall Polen und Juden. Nichts in dieser Struktur beeinträchtigte die Einzigartigkeit des jüdischen Holocaust; nichts daran hätte Kosinskis künstlerische Freiheit beschränkt. Er hatte die Freiheit, so viele groteske Greueltaten zu erfinden, wie seine Muse ihm nur eingeben konnte, solange er sie Deutschen zuschrieb, nicht Polen. Und doch entschied Kosinski sich statt dessen in einem Akt rassischer Aggression dafür, die ersten Nazigegner des Krieges zu nazifizieren, um den Preis dessen, seine eigenen Erlebnisse zu verzerren. [18]

Ein Zweck des Eichmann-Prozesses war es gewesen, wie der israelische Premierminister David Ben Gurion verkündete, die Nationen der Welt sich schämen zu lassen. Der Prozeß war eine Übung in milder Nazifizierung, die eine alliierte Mitverantwortung für die Shoah andeuten sollte, während sie Werbung für den neuen israelischen Zufluchtsort vor dem eliminatorischen Antisemitismus im Ausland machte. [19] Die zionistische Instrumentalisierung der Naziverfolgungen strebte danach, jene Juden, die Israel nur aus der Ferne bewunderten, dazu zu ermutigen, den Zionismus zu verwirklichen, die Diaspora aufzulösen und sich im jüdischen Staat niederzulassen. Israel war ein unassimilierbares Volk, das jahrhundertelang dazu gezwungen war, als machtlose Exilanten in Nationen zu leben, die sie nicht schätzten; mit der Wiedergeburt des territorialen Israel konnten die Juden in ihr Heimatland zurückkehren, wo sie wieder die souveräne Macht besaßen, ihr Getrenntsein von ihren Feinden zu schützen. Kosinskis fabrizierter Bericht über die alptraumhaften Wanderungen eines unschuldigen Flüchtlings, der von Deutschen bedroht und von psychopathischen Polen gepeinigt wurde, deckte sich ideologisch mit zionistischen politischen Annahmen, die ihrerseits einen allgemeinen Glauben an die Allgegenwart irrationalen Judenhasses ausdrückten. Aber der Zionismus stand immer in der Mitte zwischen einer Wahnvorstellung und einer Lüge: er beruht auf einem aufrichtigen Glauben an nichtjüdische Bösartigkeit, ist aber kein ausreichend aufrichtiger Glauben, um seine Anhänger dazu anzutreiben, sich aus der physischen Bedrohung zu entfernen, die die nichtjüdische Bösartigkeit theoretisch darstellt. Kosinski selbst verließ Polen 1957 in Richtung Vereinigte Staaten, wobei er ein Exil (galut) gegen ein anderes vertauschte, unwillig, sich der Zuflucht vor weiteren Peinigungen zu bedienen, die das wiedergeborene Israel bot.

Der Zionismus bot eine Lösung des jüdischen Problems, das er freimütig anerkannte, durch die Normalisierung der Juden innerhalb ihres eigenen Nationalstaats. Aber als der jüdische Ethnostaat endlich erreicht war, fühlten die Juden, wie Hitler es in „Mein Kampf“ vorausgesagt hatte, keine Neigung dazu, sich en masse in Palästina zu versammeln, wie sehr sie auch eine wehleidige Sehnsucht danach kultivierten. Die zentrale zionistische Botschaft, die zu Israels Publikmachung der Shoah motivierte, war für jeden Juden, der sich dafür entschied, sein nunmehr freiwilliges Exil unter den Goyim fortzusetzen, irrelevant, beinahe eine Rüge, und die Shoah, wie sie schrittweise auf amerikanischem Boden als der Holocaust Gestalt annahm, erlangte einen anderen Zweck, der mit den Absichten seiner israelischen Förderer über Kreuz war. Das jüdische Problem, unsere Wahrnehmung einer innerhalb westlicher Nationen existierenden fremden Rasse, konnte vom unbeweglichen Diaspora-Judentum nur als Symptom des Weißenproblems – „Rassismus“ – interpretiert werden, unseres Wunsches, unsere rassisch-kulturelle Integrität zu bewahren, ein Wunsch, der nun als Voraussetzung für Genozid interpretiert werden konnte. Die Lösung des Weißenproblems ist daher das Hauptziel des Holocaust gewesen, der zu einem integralen Teil einer Kampagne wurde, die das jüdische Problem eliminieren sollte, indem jede Wahrnehmung seiner Existenz als pathologisch erklärt wurde. [20] Der Holocaust wurde vom Antirassismus absorbiert und als seine vorrangigste Waffe zur Bekämpfung des Eurozentrismus und weißen Rassenzusammenhalts instrumentalisiert. Sadistische Nazi-Greueltaten, weit davon entfernt, die Notwendigkeit zur Beendigung der jüdischen Verstreutheit zu demonstrieren, lieferten statt dessen einen neuen moralischen Vorwand zur Fragmentierung westlicher Nationen, um das selbstgewählte jüdische Anderssein als ein Anderssein in einem Meer rassischer Vielfalt zu normalisieren. Das zeitgenössische Holocaust-Gedenken ist in dieser Hinsicht eine Zurückweisung des Zionismus, nachdem es die Dauerhaftigkeit des jüdischen Exils annimmt: Juden bauen Holocaust-Museen in den Vereinigten Staaten, weil sie keine Absicht haben, wegzuziehen.

Kollektive Erinnerung

Diaspora-Juden gedenken heute ihres Holocausts und haben uns davon überzeugt, daß wir seiner auch gedenken sollten, aber in den Jahren unmittelbar nach dem Krieg, als die Erinnerung am akutesten gewesen sein sollte, sprachen sie selten über Nazi-Verfolgung und vergaßen anscheinend die Erniedrigung des europäischen Judentums in der Internierung der Kriegszeit. Das Holocaust-Vergessen ging dem Holocaust-Gedenken voraus. Die Auslöschung der europäischen Juden, berichtete der Soziologe Nathan Glaser 1957, „hatte bemerkenswert geringe Auswirkungen auf das Innenleben des amerikanischen Judentums.“ [21] Etwa zwei Jahrzehnte lang nach der Befreiung der Lager spielte das Leiden eine unbedeutende Rolle im jüdischen Gruppendenken im Westen, und die Interpretation des Krieges durch die Sieger blieb stabil, weitgehend unangefochten vom jüdischen Revisionismus, der sie schließlich entthronen sollte. In den letzten Jahren sind verschiedene Erklärungen für dieses Phänomen des Holocaust-Vergessens vorgebracht worden, wovon die gängigste die psychoanalytische Sicht ist, daß die Erinnerungen an den versuchten Genozid durch die Nazis viel zu schmerzlich waren, um darüber nachzudenken, und daher unterdrückt wurden, so wie man bei Überlebenden von Kindesmißbrauch vermutet, daß sie die Erinnerungen an ihren Mißbrauch unterdrücken. Was immer der Grund sein mag, es bleibt die Tatsache, eine Tatsache, die von jedem eingeräumt wird, der das Thema ernsthaft untersucht hat, daß die amerikanischen Juden in den 1950ern und 1960ern die Verfolgung durch die Nazis nicht als zentralen Teil ihres Gruppenerbes betrachteten. Der Holocaust existierte damals nicht als eigenständiges historisches Ereignis und als Quelle von Lektionen gegen Rassebewußtsein, weil die Juden seiner noch nicht gedachten.

Keine neuen Entdeckungen alter Nazi-Übeltaten veranlaßte die kollektive Entscheidung der amerikanischen Juden, ihre wiederhergestellte Erinnerung an die Lager zu einer Anklage der Nationen zu formen, die sie befreiten. Im Gegenteil: die Alliierten selbst waren nach dem Krieg bereit zu glauben, daß die Nazis Lampenschirme aus Menschenhaut gemacht hätten, Seife aus dem Fett von Juden gemacht, Juden am Fließband elektrokutiert, Kohl mit Juden als Dünger kultiviert und Juden lebendig in Gasöfen verbrannt hätten. In anderen Worten, die Alliierten waren bereit, ihrem besiegten deutschen Feind viel entsetzlichere Übeltaten zuzuschreiben, als es der zeitgenössische Holocaust-Diskurs tut, zumindest in seinen gelehrteren Formen. Und doch erzeugte der Nachkriegsglaube an das einzigartige, wahrhaft spektakuläre Böse der Nazis nicht den jüdischem Holocaust.

Die alte heroische, prä-Holocaust-Sicht auf den Zweiten Weltkrieg war wertvoll für die Juden, und sie hatten keinen Grund zu Einwänden gegen ihre besondere Reihe von Lektionen. In den Nachkriegsjahren wurde der Antisemitismus sicher an die Peripherie der amerikanischen Gesellschaft getrieben. In einer Umfrage von 1946 identifizierten achtzehn Prozent der Nichtjuden die Juden als „eine Bedrohung für Amerika“, was in kurzsichtiger Weise wohlwollend war; bis 1954 war die Zahl auf ein Prozent gefallen. Durch seine Assoziation mit dem besiegten Nazi-Feind war der Antisemitismus delegitimiert worden. „Die fünfzehn oder zwanzig Jahre nach dem Krieg“, schreibt Novick, „erlebten die Ablehnung des antisemitischen Diskurses und dessen buchstäbliches Verschwinden aus dem öffentlichen Bereich.“ Im Gefolge der Niederlage des nationalsozialistischen Deutschland wurde Amerika in Erklärungen öffentlicher Gestalten zu einer „judeo-christlichen Nation“, nachdem eine nationale Definition, die unsere kleine jüdische Minderheit nicht einschloß, eine nazi-artige kulturelle Homogenität implizierte; 1945 wurde Bess Myerson zur ersten jüdischen Miss America unter Brechung einer alten Regel, die Nichtweiße ausschloß; 1947 erschien Hollywoods erste Behandlung des Antisemitismus, das unverhohlen schulmeisterliche „Gentleman’s Agreement“, für dessen Erscheinen auf der Leinwand Darryl Zanuck, der einzige bedeutende weiße Filmmanager, eine harte Kampagne geführt hatte, und bis zu den späten 1950ern hatten die hagiographischen Behandlungen von Anne Frank – mit einer (wie die Romanautorin Cynthia Ozick zornig beklagte) entwurzelten, „all-American“ Anne – ihr „Tagebuch“ in den kanonischen Status befördert, den es heute immer noch genießt. [22] Kurz, die Juden waren im Nachkriegsamerika der Mainstream, und der Antisemitismus war es nicht. Der Holocaust wurde verspätet in weitgehender Abwesenheit der Kraft wieder ins Bewußtsein zurückgerufen, die seine Lektionen angeblich bekämpfen sollten.

Das Vergessen des Holocaust nach dem Krieg ist analytisch bedeutsam. Es läßt uns klar erkennen, daß der jüdische Holocaust ungeachtet der Wahrheit oder Falschheit seiner verschiedenen Tatsachenbehauptungen eine ideologische Konstruktion ist, die in ihrer Existenz nicht von historischen Ereignissen in Europa abhängt, sondern von zeitgenössischen politischen Kräften in Amerika. Eine wiedergewonnene Erinnerung, die stetig lebhafter und leidenschaftlicher wird, während sie ferner wird, unterscheidet sich offensichtlich sehr von normaler Erinnerung. Die Idee des Holocaust hat, abgesehen von den Fakten und Fiktionen, die sein Rohmaterial liefern, wenig mit Geschichte zu tun, noch war er, wie wir gesehen haben, eine unvermeidliche Interpretation der Lager. Die Quelle des Holocaust als Idee liegt nicht in deutschen Konzentrationslagern, sondern in Ereignissen in den Vereinigten Staaten während der 1960er, als die amerikanischen Juden in der Ära der Bürgerrechte und der Gegenkultur erstmals begannen, mündlich Erinnerungen an Verfolgung durch die Nazis in Europa wieder zu sammeln.

Das jüdische Leiden der Kriegszeit wurde genau in dem historischen Moment zum Holocaust, einem eigenständigen Ereignis, dem Einzigartigkeit zugeschrieben werden konnte und für das die westliche Zivilisation verantwortlich gemacht werden konnte, als rassische Opferrolle in der Vergangenheit politische Macht in der Gegenwart zu verleihen begann. Die Interpretation des Krieges durch die Sieger hatte in den 1950ern wichtige Vorteile verschafft, die Juden gegen Kritik immunisiert und sie innerhalb Euro-Amerikas gleichgestellt; sie verschaffte in den 1960ern weniger Vorteile, als ein Vermächtnis des Opfertums zu einer moralischen Keule wurde, mit der man einer zunehmend belagerten euro-amerikanischen Mehrheit politische Privilegien abnötigen konnte. Der Holocaust war die jüdische Sorte anti-weißer Identitätspolitik, eine aggressive Erklärung einer eigenständigen jüdische Identität, die auf unserer Kollektivschuld an ihrem einzigartigen Leiden beruhte. Die alte Sichtweise des Krieges hatte das Böse auf den Nazi-Feind externalisiert; der Holocaust verwandelte die Juden in Opfer beispielloser weißer Gewalt, machte den Westen selbst zur Quelle des Bösen und belohnte die Juden mit ihrer eigenen speziellen Form der Negritude. Sich zu den Elenden der Erde zu zählen, war während der schwarzen Bürgerrechtsrevolution eine Quelle politischer Macht, und es würde in den folgenden Jahrzehnten eine noch größere Quelle der Macht sein. Juden hatten eine entscheidende Rolle beim Schüren der Revolution gespielt und bis zu drei Viertel der Geldmittel für Bürgerrechtsorganisationen bereitgestellt, und indem sie sich taktischerweise des Holocaust erinnerten, schrieben sie sich in den Minderheitengruppen ein, die Anspruch darauf hatten, von rassischen Behauptungen zu profitieren, während sie sich der sowieso weitgehend nominalen Mitgliedschaft in der weißen Unterdrückerrasse entledigten, gegen die die Revolution gerichtet war und immer noch ist. Durch den Holocaust schloß sich die erfolgreichste ethnische Gruppe der amerikanischen Geschichte nicht nur den verschiedenen benachteiligten Minderheiten an, die rassische Claims gegen das weiße Amerika absteckten, sondern drängte sich auch an die vorderste Front. [23]

Jüdische Identitätspolitik ist jedoch mehr als eine simple politische Kalkulation. Es kann keinen Zweifel geben, daß der Holocaust jetzt im jüdischen Gruppenbewußtsein eine echte zentrale Rolle einnimmt, wie eine Umfrage nach der anderen offenbart. „Es ist eine traurige Tatsache“, sagt Samuel Belzberg, ein bedeutender finanzieller Unterstützer des Tolerance Museum, „daß Israel und jüdische Erziehung und all die anderen vertrauten Modeworte die Juden nicht länger hinter der Gemeinde zu versammeln scheinen. Der Holocaust funktioniert jedoch jedes Mal.“ Die meisten Juden glauben ihre eigene Propaganda und werden davon oft zutiefst angesprochen. „Der Holocaust“, schrieb Abraham Foxman von der ADL 1994 törichterweise, „…ist nicht einfach ein Beispiel eines Genozids, sondern ein beinahe erfolgreiches Trachten nach dem Leben von Gottes auserwählten Kindern und somit gegen Gott selbst.“ [24] Nachdem solch atemberaubender Ethnozentrismus die nötige öffentliche Fiktion der breiten humanitären Bedeutungen des Holocaust gefährdet, kann man mit Sicherheit schlußfolgern, daß Foxman, der Leiter einer jüdischen Aktivistenorganisation, die Rassengleichheit und menschliche Brüderlichkeit lehrt, sein politisches Urteilvermögen von seinen wahren Emotionen überwältigen ließ, ein Hinweis auf eine authentische psychologische Vertiefung in unpluralistische Holocaust-Lektionen.

Peter Novick beschreibt die unbestreitbare Absorption des Holocaust als kollektive Erinnerung durch das amerikanische Judentum, eine Gruppenwahrnehmung der Vergangenheit, die sich vom objektiven historischen Wissen unterscheidet. Eine kollektive Erinnerung wird als Reaktion auf zeitgenössische politische und historische Bedürfnisse gebildet, und sie stellt die implizite Behauptung auf, daß die Vergangenheit, statt von uns durch die unüberbrückbaren Unterschiede zwischen jetzt und damals getrennt zu sein, eine gegenwärtige Realität bleibt, die bleibende Wahrheiten über eine Gruppe und ihren Platz in der Welt ausdrückt. Eine kollektive Erinnerung „überzieht das Gruppenbewußtsein“ und repräsentiert die Identität einer Gruppe sowohl für sich selbst als auch für andere durch eine moralisch vereinfachte Konstruktion, die ablenkende Details und Mehrdeutigkeiten entfernt, um die Geschichte zeitgenössischen Gruppenanliegen anzupassen. Der Holocaust ist laut Novick eine jüdische Kollektiverinnerung, eine Umgestaltung der Vergangenheit, die als kollektiver sozialer Mechanismus zur Definierung der Gruppenidentität ins gegenwärtige Bewußtsein gebracht wurde. [25]

Einfach ausgedrückt ist der jüdische Holocaust ein rassisch eigennütziger Glaube an die Vergangenheit, der den Juden etwas über uns und etwas über sie selbst sagt, das die meisten zutiefst für wahr halten. Die Holocaust-Märtyrologie, die wir als Propaganda erleben und die als solche analysiert werden muß, haben die Juden als zentralen Bestandteil ihrer rassischen Identität verinnerlicht. Neal Sher, ein ehemaliger Nazi-Jäger für das Office of Special Investigations, glaubt, daß „jeder heute lebende Jude ein Überlebender des Holocaust ist“, und jedes Jahr am Yom Hashoah (dem „Shoah-Tag“) tragen Studenten gelbe Sterne, um ihren Status als Überlebende zu demonstrieren, eine Bekundung rassischer Identität, die sie von uns unterscheidet. Eine Gruppenidentität, die nach dem Holocaustüberlebenden geformt ist, sanktioniert jüdische rassische Feindseligkeit, indem sie jüdische Loyalität gegenüber jedem außer ihnen selbst verweigert. Der Widerstandskämpfer, der im alten Siegernarrativ gefeiert wurde, war eine aktive Gestalt, die an einem paneuropäischen Kampf freier Männer gegen eine faschistische Tyrannei teilnahm; der Holocaustüberlebende, für den Elie Wiesel das prominenteste Beispiel ist, ist ein passives Objekt kataklysmischer Gewalt seitens der europäischen Zivilisation, ein tragisches Opfer, dessen einzigartige Erfahrung der buchstäblichen Hölle, die einst auf Erden Gestalt annahm, ihn zum Träger ahistorischer Lektionen über die immerwährende Unmenschlichkeit des Menschen gegenüber den Juden macht. Der Holocaustüberlebende, seinem Schicksal überlassen und erfüllt von einem direkten Wissen über metaphysisches Böses, das ihm durch sein unvergleichliches Leiden übermittelt wurde, steht als Anklage nicht nur gegen die westliche Zivilisation, sondern oft auch gegen ein grausam gleichgültiges Universum, und er ist zum herausragenden Ausdruck der jüdischen Kollektiverinnerung geworden und personifiziert eine heimliche kriegerische Neuformulierung der jüdischen Separatheit. Leider sind die Juden vom euro-amerikanischen Mainstream niemals offener willkommen geheißen worden, und doch ist ihre Selbstdarstellung niemals enger in einer verbitterten Rückbesinnung auf rassisches Opfertum eingebunden gewesen. „Die Welt will die Juden auslöschen“, behauptete Cynthia Ozick einmal, „…die Welt hat die Juden immer auslöschen wollen.“ [28]

Kollektiverinnerung ist aus rassebewußter Perspektive eine nützliche Metapher, da sie die reale Seltsamkeit der amerikanischen Holocaustomania hervorhebt, eine schuldbeladene Obsession von jüdischen Toten, die den Großteil der westlichen Welt genauso erfaßt hat. Wenn der Holocaust, wie Novick argumentiert, die jüdische Kollektiverinnerung an den Zweiten Weltkrieg ist, dann denken wir, die wir keine Juden sind, im Effekt mit der Erinnerung von jemand anderem an unsere Vergangenheit und sehen sowohl die Vergangenheit als auch ihre Implikationen für die Gegenwart durch jüdische Augen statt durch unsere eigenen. Der Holocaust begann nicht als unsere Kollektiverinnerung an den Krieg. Wir haben die Geschichte nicht zum Holocaust geformt und vereinfacht; die Juden haben das getan, und ihre Erinnerung ist zu unserer geworden. Daher glauben wir jetzt auf den Fotografien aus Buchenwald und Dachau jüdische Holocaustüberlebende zu sehen anstatt Anti-Nazi-Dissidenten und europäische Widerstandskämpfer; unsere alte Interpretation der Lager ist verdrängt und vergessen worden. Und daher, was noch viel wichtiger ist, glauben wir jetzt für den Holocaust verantwortlich zu sein und haben die Juden permanente Monumente errichten lassen, in denen unter ihrer Leitung der Schuld, die viele von uns bereitwillig anerkennen, öffentlich gedacht wird.

Es kann kein Geheimnis darum geben, wie der jüdische Holocaust zu unserer Kollektiverinnerung wurde, zur retrospektiven Propaganda, mit der wir uns auch den Zweiten Weltkrieg vorstellen. Unsere Holocausterinnerung ist das Ergebnis jüdischer Macht, besonders der Medienmacht. Wie Finkelstein bemerkt, ist in der in jüdischem Besitz befindlichen New York Times das Wetter das einzige Thema, das mehr behandelt wird als der Holocaust. Juden haben Hollywood seit seiner Gründung dominiert, und ab den 1960ern, dem Jahrzehnt der Erfindung des Holocaust, waren sie in all den verschiedenen Berufen beträchtlich überrepräsentiert, die Kultur verbreiten. Das heißt, Juden erschaffen viele der Gedanken, mit denen wir denken. Juden kontrollieren auch die amerikanischen Massenmedien und haben das seit mindestens vierzig Jahren getan, sodaß sie, ermöglicht durch das geringe Niveau von Antisemitismus, die entscheidenden Propagandainstrumente einsetzen, die ihre Gedanken in unsere öffentliche Meinung verwandeln können. 1965 konnten sie Kosinskis Nazifizierung der Polen in einen sofortigen Klassiker verwandeln; 1945 besaßen sie noch nicht die Macht oder das Selbstvertrauen, um Millers „Focus“ so zu erhöhen. In dieser allgemeinen Frage der jüdischen Macht ist Novick freimütig: „Wir [die Juden] sind nicht nur ‚das Volk des Buches’, sondern auch das Volk des Hollywoodfilms und der Fernseh-Miniserien, der Magazinartikel und der Zeitungskolumne, des Comics und des akademischen Symposiums. Als ein hohes Maß der Befassung mit dem Holocaust im amerikanischen Judentum weitverbreitet wurde, war es angesichts der wichtigen Rolle, die Juden in den amerikanischen Medien und meinungsmachenden Eliten spielen, nicht nur natürlich, sondern buchstäblich unvermeidlich, daß sie sich in der breiteren Kultur ausbreiten würde.“ [27]

Ein zerbrechlicher Sieg

Der Holocaust muß zu den eindrucksvollsten Siegen des Judentums in ihren neuen Jagdgründen gezählt werden und steht nur der Liberalisierung des Einwanderungsgesetzes von 1965 nach, das die amerikanischen Grenzen der Dritten Welt öffnete. Es gibt jetzt in den meisten amerikanischen Großstädten Holocaust-Gedenkstätten, und wir befinden uns inmitten einer Flut der Holocausterinnerung in Filmen und Büchern und im Fernsehen, die keine Anzeichen des Abebbens zeigt. Es gibt zahlreiche Holocaust-Studienprogramme an Universitäten, mit professionellen Holocaustologen als Personal, die ihren Lebensunterhalt der weiteren Propagierung der Holocaustkunde verdanken, und die Holocausterziehung blüht an den öffentlichen Schulen, was uns immer näher an die volle Integration der rassenbewußtseinsfeindlichen Holocaustunterweisung in die Schulsysteme im ganzen Land bringt, der verkündeten Ambition der President’s Holocaust Commission, des Vorläufers des USHMM. All diese verschiedenen Formen des Holocaustgedenkens lehren politische Lektionen, von denen die Juden wollen, daß wir sie lernen. Ein gut indoktrinierter Euro-Amerikaner, der die Lektionen des jüdischen Holocaust verinnerlicht hat, wird keine Einwände gegen nichteuropäische Einwanderung in die Vereinigten Staaten erheben; ein Jude, der dieselbe gemeinsame Kollektiverinnerung verinnerlicht hat, wird eine emotionalere Bindung gegenüber seiner rassisch exklusiven Heimat in Palästina gewinnen. Hierin liegt natürlich die Gefahr dessen, daß man mit den Gedanken von jemand anderem denkt. Holocaust-Gedenken rassifiziert Juden und entrassifiziert Weiße; es stärkt sie und schwächt uns.

Aber wir können in Frage stellen, ob dieser Sieg Bestand haben wird. Weil sie in buchstäblicher Abwesenheit von Antisemitismus Gestalt annahm, projiziert die Holocausterinnerung eine tiefe jüdische Feindseligkeit, die andernfalls besser verborgen geblieben wäre. Sie ist sowohl durch die politischen Absichten als auch die Gruppenpsychologie, die sie erzeugte, dazu gezwungen, Nichtjuden zu verunglimpfen: die Welt schuldet den Juden nur dann etwas, wenn die Welt als Ganzes schmerzlicher Vergehen gegen die Juden schuldig ist. Eine Sicht auf die Geschichte, die notwendigerweise etwas Gutes über die Juden aussagt, aber über fast alle anderen etwas Schlechtes, ist inhärent zerbrechlich und dafür verantwortlich, daß Ressentiments provoziert werden. Henry Kissinger war gegen die Errichtung des USHMM, aus Furcht, daß aggressives Holocaust-Gedenken Antisemitismus provozieren könnte, und er könnte recht gehabt haben. Das Narrativ der Sieger verbannte Deutschland aus der zivilisierten Menschheit, während es das Heldentum im weißen Brudermord feierte; der Holocaust nazifiziert jede Behauptung weißen Nationalbewußtseins, sogar in Nationen mit ausgezeichneten Anti-Nazi-Referenzen, womit er seine eigene Gegnerschaft erzeugt und potentiell einigt. Nationaler Patriotismus und Glauben an das jüdische Narrativ von der entsetzlichen Verfolgung werden zunehmend unvereinbar, und die Nachkommen sowohl der Sieger als auch der Verlierer des Zweiten Weltkriegs haben ein gemeinsames Interesse daran, die alte Mythologie vom Bösen der Nazis zurückzuweisen, nachdem sie zu einer ideologischen Waffe gegen uns alle geworden ist und eine anti-nationale Rechtfertigung für eine Anzahl globalistischer Politiken liefert, von der Einwanderung aus der Dritten Welt bis zur „humanitären Bombardierung“ der nun nazifizierten Serben, deren Heldentum im Krieg wir einst zu Recht applaudierten, durch die NATO.

Nazi-artige Unterdrückung im besetzten Westjordanland

Der Holocaust leidet auch unter gefährlichen Widersprüchen. Juden haben die Macht, ihre bevorzugten Ideen in unsere öffentliche Meinung zu übertragen, aber sie können die Richtung nicht kontrollieren, in die die Ideen anschließend wandern. Zusammen mit den harten Holocaust-Lektionen von der weißen Schuld gibt es die weichen Holocaust-Lektionen von der menschlichen Brüderlichkeit, die für die Vermarktungsstrategie des Holocaust in der Diaspora wie auch als formale Elemente in seiner multikulturellen Agenda unverzichtbar sind. Das Überleben des jüdischen Ethnostaates erfordert offenkundig die tägliche Verletzung dieser humanitären Ideale der Toleranz und des rassischen Pazifismus, die ihre Förderer in der Diaspora niemals ihren entlegenen Brüdern aufzwingen wollten, die sie aber zunehmend gegen die einzige Nation in Stellung gebracht finden, für die sie eine echte Loyalität empfinden. Zeitgenössischer Antizionismus ist eine Spezies des Antirassismus, und antirassistische Holocaust-Lektionen geben dem Antizionismus daher neue Waffen in die Hand. Die palästinensische Kollektiverinnerung nennt die Enteignung der Araber von 1948 taktischerweise Naqba („Desaster“), ein Name und eine Idee, die eindeutig nach der zionistischen Shoah modelliert wurden. Das konkurrierende post-koloniale Narrativ vom rassischen palästinensischen Opfertum, mit seiner kalkulierten Nazifizierung der Entstehung Israels, beherrschte 2001 die UNO-Konferenz über Rassismus in Durban, wo Delegierte aus der Dritten Welt den Zionismus als Rassismus etikettierten und den Genozid durch die Israelis wütend verurteilten. Für Israel sind die universalistischen Lektionen des Holocaust eine schlechte Tarnung, die nur die systematische Ablehnung des von den Juden überall sonst so aggressiv geförderten Antirassismus durch den Zionismus offenbart. Die militante Linke in den Vereinigten Staaten und der Großteil der liberalen Meinung in Europa haben nun den jüdischen Staat fallengelassen und verdammen ihn als kolonialistisches Projekt, das auf ethnischer Säuberung gegründet und durch Apartheid erhalten wurde. In Israels fortlaufendem Krieg gegen braunhäutige Araber kann es keinen Zweifel darüber geben, welche Seite dem potenten Propagandabild des Nazis mehr ähnelt. Antirassistische Ideen, die in der Diaspora jüdischen Interessen effektiv dienen, werden giftig, wenn sie auf Israel angewandt werden, und keine Zahl zusätzlicher Holocaust-Museen wird diese Tatsache ändern.

Der jüdische Erfolg  bei der Propagierung solch einer instabilen ideologischen Konstruktion, die damit Opposition seitens der Nationalisten auf der Rechten provoziert, während sie den Antizionismus der Linken stärkt, könnte sich noch als Pyrrhussieg erweisen. Holocaust-Gedenken siebt die Freunde aus, bis nur noch Feinde übrigbleiben, und die Juden riskieren, daß sie sich allein gegen die Welt wiederfinden.

Anmerkungen:

1) Peter Novick, „The Holocaust in American Life“ (Boston: Houghton Mifflin 1999), S. 182-183. Der talmudische Aphorismus stammt aus der Mishnah, Sanhedrin 4.5. In einer gelehrten Standard-Übersetzung – „The Mishnah“, übersetzt von Herbert Danby (Oxford 1933) – heißt es: „Wenn irgendein Mann verursacht hat, daß eine einzige Seele von Israel umkommt, dann rechnet ihm die Heilige Schrift das so an, als hätte er verschuldet, daß eine ganze Welt umkommt; und wenn irgendein Mann einer einzigen Seele von Israel das Leben rettet, so rechnet ihm die Heilige Schrift das so an, als hätte er einer ganzen Welt das Leben gerettet.“ Zum Thema des jüdischen Ethnozentrismus sind die Kommentare des Talmudgelehrten Rabbi Yitzhak Ginsburgh beachtenswert, eines ehemaligen amerikanischen Staatsbürgers, der jetzt in Israel lebt: „Wenn jede einzelne Zelle in einem jüdischen Körper Göttlichkeit in sich birgt und somit ein Teil Gottes ist, dann ist jeder DNS-Strang ein Teil Gottes. Daher ist an der jüdischen DNS etwas Besonderes… Wenn ein Jude eine Leber braucht, kann er die Leber eines unschuldigen Nichtjuden nehmen, um ihn zu retten? Die Torah würde das wahrscheinlich erlauben. Jüdisches Leben hat einen unendlichen Wert. Jüdisches Leben hat etwas Heiligeres und Einzigartigeres an sich als nichtjüdisches Leben.“ Zitiert in Israel Shahak und Norton Mezvinsky, „Jewish Fundamentalism in Israel“ (London, Pluto Press 1999), S. 43.

2) Für einen religiösen Juden wären die beiden unterschiedlichen Versionen des talmudischen Aphorismus, den Spielberg zitiert, in ihrer Bedeutung identisch, nachdem die Schriftexegese des klassischen Judaismus oberflächlich universale Moralprinzipien regelmäßig in exklusivistischem Sinne interpretiert, wobei eine scheinbar allgemeine Ausdrucksweise wie „Nachbar“ und „dein Mitmensch“ sich nur auf Juden bezieht. Die traditionelle jüdische Morallehre mißt der Rettung jüdischer Leben großen Wert bei, verbietet aber in Wirklichkeit Juden das Retten der Leben von Nichtjuden, außer unter Umständen, wo Untätigkeit Feindseligkeit provozieren könnte. Siehe Israel Shahak, „Jewish History, Jewish Religion: The Weight of Three Thousand Years“ (London: Pluto Press 1994), S. 36-37, 80-81. Der Babylonische Talmud ist auf jeden Fall die maßgebliche Rezension der rabbinischen Schriften, die den zentralen religiösen Text darstellen. Siehe Solomon Grayzel, „A History of the Jews“ (Philadelphia: Jewish Publication Society of America 1947), S. 214-215, 231ff. Bezüglich christlicher Universalismus versus jüdischer Partikularismus siehe Acts 10.1-35 („ein Jude ist verunreinigt, wenn er mit jemandem von einer anderen Rasse verkehrt oder ihn besucht“; Knox) und Acts 15.7-11. Hinsichtlich alttestamentarische Fantasien von Eroberung und Dominanz siehe Exodus 17.14-16 und 1 Samuel 15.2-3 (Amalek, Israels exemplarischer nichtjüdischer Feind); Deuteronomium 12.2-3 und 20.15-18 (Israels Fanatismus); und Isaiah 49.22-23 („sie sollen sich vor dir niederbeugen und den Staub von deinen Füßen lecken“; RSV). Wegen der jüdischen Reinheit des Blutes siehe Deuteronomium 7.1-6 und Josua 23.12-13. Wegen der jüdischen Poesie der rassischen Rache siehe den bemerkenswerten Psalm 137 („Wohl dem, der deine Kinder packt und sie am Felsen zerschmettert!“; RSV).

3) Novick, S. 195; Norman Finkelstein, „The Holocaust Industry: Reflections on the Exploitation of Jewish Suffering“ (New York: Verso, 2000), S. 9.

4) Zitiert in Edward Norden: „Ja und Nein zu den Holocaust-Museen“, Commentary 96, No. 2 (August 1993), S. 32.

5) Wegen Dayan siehe Edward Said, „The Question of Palestine“ (New York: Vintage, 1979), S. 14; wegen des Ghettokämpfermuseums in Samaria siehe Tom Segev, „The Seventh Million: The Israelis and the Holocaust“, übers. Haim Watzmann (New York: Hill & Wang, 1993), S. 450-451; Emil Fackenheim, „The Holocaust and the State of Israel: Their Relation“, in „EJ Yearbook“ (Jerusalem 1974), S. 154 f, zitiert in Leni Yahil, „The Holocaust: The Fate of European Jewry“ (Oxford 1990), S. 6; Alan Dershowitz, „Chutzpah“ (Boston: Little, Brown 1991), S. 136. Seit 1973 hat Amerikas masochistisches „Engagement für die Autonomie und Sicherheit des Staates Israel“ die Steuerzahler laut Schätzung des Ökonomen Thomas Stauffer etwa 1,6 Billionen Dollar gekostet. Siehe David R. Francis, „Economist Tallies Swelling Cost of Israel to US“, „Christian Science Monitor“, 9. Dezember 2002.

6) Blu Greenberg, „Talking to Kids about the Holocaust“, in Roselyn Bell, „The Hadassah Magazine Jewish Parenting Book“ (New York 1989), S. 247, zitiert bei Novick, S, 208; Eliezer Berkovits, „Rewriting the History of the Holocaust“, Sh’ma 10/198 (3. Oktober 1980), erhältlich unter: http://www.clal.org/e57.html.

7) Arthur Miller, „Focus“ (1945; New York Penguin, 2001).

8 ) Vgl. David Horowitz, „Radical Son: A Generational Odyssey“ (New York Free Press 1997), S. 44: „Es war nicht der Idealismus meiner Eltern, der Furcht hervorrief und die Feindseligkeit der Goyim provozierte. Es war ihre Feindseligkeit gegenüber den Goyim, und in der Tat gegenüber allem, was den Goyim teuer war, das zur Erwiderung der Feindseligkeit anstachelte.“ Horowitz, nun ein neokonservativer Aktivist mit einer leidenschaftlichen Hingabe an Israel, war in den 1960ern ein bedeutender Ideologe der Neuen Linken; seine Eltern waren Stalinisten.

9) Novick, S. 85. Die Befreier mißverstanden natürlich ihre Entdeckung. Vgl. Mark Weber, „Buchenwald: Legend and Reality“, JHR [= Journal of Historical Review] S. 7, No. 4 (Winter 1986), S. 411: „Die große Mehrheit jener, die in Buchenwald starben, kamen in den chaotischen letzten Kriegsmonaten um. Sie erlagen Krankheiten, oft verschärft durch Unterernährung, trotz kläglich unzureichender Bemühungen, sie am Leben zu halten. Sie waren Opfer, nicht eines ‚Ausrottungsprogrammes’, sondern vielmehr der schrecklichen Überfüllung und des schweren Mangels an Nahrung und medizinischen Materials infolge eines allgemeinen Zusammenbruchs der Ordnung in Deutschland während der turbulenten Endphase des Krieges.“

10) Novick, S. 65.

11) Bezüglich der rassischen Zusammensetzung der von den Amerikanern befreiten Lager siehe Novick, S. 65, 295-8. Josef Kramer, Kommandant von Bergen-Belsen, wo Anne Frank dem Typhus erlag, erzählte den britischen Befreiern, daß die Insassen seines Lagers „Gewohnheitsverbrecher, Schwerverbrecher und Homosexuelle“ waren, was ungenau war, aber zutreffender als die jetzt vorherrschende judaisierende Interpretation, die jeden Überlebenden der Lager zu einem harmlosen Juden macht. Viele der frühesten Berichte über die Internierungen der Kriegszeit wurden von Nichtjuden geschrieben, weil die Nazi-Konzentrationslager noch kein exklusiver jüdischer Kulturbesitz geworden waren. Für eine kritische Diskussion früher Lagerliteratur siehe Paul Rassinier, „The Holocaust Story and the Lies of Ulysses“ (Costa Mesa, Cal., IHR, 1978), wo die ethnische Demographie der Insassen ausgewiesen ist.

Wie Novick spitz bemerkt, hinderte die relative Knappheit von Juden in den von den Amerikanern befreiten Lagern die Holocaust-Industrielle Deborah Lipstadt (Autorin von „Denying the Holocaust“) nicht daran, böswilligen Antisemitismus im Versäumnis der Presseberichterstattung auszumachen, jüdische Insassen mit ausreichender Häufigkeit zu erwähnen. Es wäre schwer, ein prägnanteres Beispiel für die Holocaustforschung zu finden, welche im wesentlichen ein aggressives Schnorren um Quellen für rassischen Groll ist. Lipstadt betätigte sich natürlich in ihrer eigenen kleinen Nazifizierung der Befreier. Ein Konzentrationslager ist ungeachtet seiner tatsächlichen Demographie rückwirkend zu heiligem jüdischem Boden geworden, und streitbare Juden werden jedes Versäumnis, seine exklusiven Besitzer anzugeben, als Rassenhass charakterisieren. Vgl. Cynthia Ozick, „The Rights of History and the Rights of Imagination“, Commentary 105, No. 3 (März 1999), S. 27: „Wie ist es möglich, daß ein Autor als gezielte Verkörperung der innersten Bedeutung der Lager irgendein anderes Emblem präsentiert als ein jüdisches Emblem? Es ist möglich, so wie es möglich ist, Kreuze mit hitziger [d. h. „rassistischer, hasserfüllter“] Absicht über der Erde von Auschwitz aufzustellen.“ Dieser leidenschaftliche Glaube an die ausschließlich jüdische Eignerschaft des Konzentrationslagers ist ein Produkt gegenwärtiger jüdischer Identitätspolitik, die später noch berührt werden wird, und stellt eine Ablehnung früherer Interpretationen des Krieges dar. In „Memory of the Camps“, einem britischen Propagandafilm, der die dramatischen Dokumentaraufnahmen aus Bergen-Belsen enthält, praktiziert der Sprecher (der Schauspieler Trevor Howard) sorgfältig einen buchstäblichen Ökumenismus bei seiner Beschreibung der angesammelten Leichen: „Und so liegen sie da – Juden, Lutheraner und Katholiken, ununterscheidbar, Wange an Wange in einem gemeinsamen Grab.“ Ähnlich für Dachau: „Hier waren 32.000 Männer von jeder europäischen Nationalität, einschließlich 5.660 Deutsche.“ Leon Uris behielt in seinem militant zionistischen „Exodus“ (New York Bantam, 1958), einer unverfrorenen Bejubelung der jüdischen Separatheit im ethnisch gesäuberten Israel, selbst in seinem Bericht über die Genese von Auschwitz dieselbe breite Einbeziehung bei (ohne „hitzige Absicht“): „Zusätzlich zu Juden, die man beseitigen wollte, gab es Russen, Franzosen und andere Kriegsgefangene, Partisanen, politische Feinde in den besetzten Ländern, religiöse Fanatiker, besonders Christen von katholischem Glauben, Zigeuner, Kriminelle, Freimaurer, Marxisten, Bolschewiken und Deutsche, die über Frieden, Liberalismus, Gewerkschafterei oder Defätismus redeten. Es gab mutmaßliche ausländische Agenten, Prostituierte, Homosexuelle und viele andere unerwünschte Elemente. Sie alle mußten eliminiert werden, um Europa zu einem geeigneten Lebensraum für Arier zu machen“ (S. 133-134). Wenige Holocaust-Pädagogen praktizieren heute solch (zugegebenermaßen komische) Einbeziehung. Das USHMM schließt nichtjüdische Opfer kategorisch aus, trotz eines ausdrücklichen gegenteiligen Mandats, und als Amerikaner in einer Episode („Why We Fight“) von Spielbergs HBO-Miniserie „Band of Brothers“ (2001) ein Nebenlager von Dachau befreien, sind die „anderen“, die Uris so sorgfältig als Ziele des Nazi-Massenmords auflistete, verschwunden, und es bleiben nur Juden mit gelben Sternen. Als ein bespielloses rassisches Verbrechen gegen Juden hat der jüdische Holocaust keine Toleranz für weiße Nichtjuden übrig, die seine Symmetrie verzerren, und daher zieht er es vor, sie aus dem Gedächtnis zu tilgen.

Das vom USHMM sanktionierte Liberators Project, eine notorische Erfindung, in der schwarze Soldaten Juden aus Buchenwald und Dachau befreien, hatte daher aus jüdischer Perspektive den Vorteil, daß es die weißen Nichtjuden nicht nur aus den Insassen der Lager eliminierte, sondern auch aus ihren Befreiern, womit die Befreiung zu einer symbolischen Episode in der Geschichte des Antirassismus konstruiert wurde. Siehe Mark Weber und Greg Raven, „Multi-Media ‚Liberators’ Project Exposed as Fraud“, JHR 13, No. 3 (Mai-Juni 1993), S. 4.

12) In Abwandlung der PBS-Dokumentation „America and the Holocaust: Deceit and Indifference“ (WGBH Educational Foundation 1994): „Im Frühjahr 1940 fiel nun das Schicksal der europäischen Juden in die Hände eines von Roosevelt frisch Ernannten, Vizeaußenminister Breckinridge Long… Long befürwortete die fremdenfeindliche Bigotterie der damaligen Zeit.“  „America and the Holocaust“, das auf der einflußreichen Holocaustforschung beruhte, wurde von Martin Ostrow geschrieben und produziert und konnte eine Menge bekannter jüdischer Gelehrter (einschließlich Deborah Lipstadt) zu seinem akademischen Stab zählen. Die absichtliche „Preisgabe der Juden“ kommt auch prominent in Herman Wouks Roman „War and Remembrance“ [„Der Krieg: Von Pearl Harbor bis zur Wende an der Ostfront“] von 1978 vor, das der Anschuldigung literarischen Ausdruck gab, daß der amerikanische Antisemitismus den Holocaust verursacht hätte. Die populärste jüdische Anschuldigung gegen die Briten beschwört deren Unwillen, europäische Juden Araber in Palästina verdrängen zu lassen, wobei ihr Motiv (nicht überraschend) Antisemitismus gewesen sei.

13) ABC World News Tonight, 21. April 1993, zitiert in Novick, S. 48. Professor Fagin, eine Holocaust-Pädagogin, die sich auf europäischen Antisemitismus und Holocaustliteratur spezialisiert, war die Vorsitzende des Bildungskomitees des USHMM.

14) Zitiert in Kevin MacDonald, „The Culture of Critique: An Evolutionary Analysis of Jewish Involvement in Twentieth-Century Intellectual and Political Movements“ (Westport, Conn.: Praeger, 1988), S. 26.

15) Zu „Holocaust“ siehe Novick, S. 20 + 133-134; zu „Shoah“ siehe Segev, S. 434. Das Shoah-Gedenken wurde erstmals von Mordechai Shenhabi – dem Initiator des Gedenkstättenprojekts, aus dem später Yad Vashem wurde, Israels bedeutendstes Holocaust-Museum – als „eine neue Sache, die zu einer Pipeline für große Summen werden könnte“ vorgeschlagen. Zu Shenhabi und der frühen Geschichte von Yad Vashem siehe Segev, S. 427 ff.

Etymologisch leitet sich „holocaust“ („vollständig verbrannt“) vom Septuagint ab, der griechischen Version des Alten Testaments, wo holokauston die Übersetzung des hebräischen holah („was emporsteigt“) ist. Ein „holocaust“ (z. B. Leviticus 1.3-17, Richter 6.26-28, 1 Samuel 7.9) war ein Brandopfer (griech. holos = gänzlich, kaustos = verbrannt), üblicherweise ein makelloses männliches Tier, das Jehova geopfert wurde, zu dem sein Rauch „emporstieg“. Der biblische Ursprung des Begriffes ist jedoch unwesentlich für seine anfängliche Verwendung, obwohl die religiösen Konnotationen eines „holocaust“ zusammen mit der Vorherrschaft von Rauch und Feuer in manchen Holocaust-Schriften die spätere Sakralisierung der jüdischen Toten erleichtert haben mögen. Der israelische Generalstaatsanwalt Gideon Hausner, Eichmanns in Polen geborener Ankläger, verwendete in englischsprachigen Interviews „holocaust“ (für Shoah), und während des Prozesses und besonders danach wurde das kleingeschriebene Wort „holocaust“ allmählich üblich in Diskussionen über Naziverfolgungen, im Sinne der standardmäßigen nichtbiblischen Bedeutung des Wortes („verzehrender Brand“, „umfassende Zerstörung“); Elie Wiesel war nicht (wie die Holocaustforschung, unterstützt von Wiesels eigener ungenauer Erinnerung, oft annimmt) der erste, der „holocaust“ 1963 auf den Genozid durch die Nazis anwendete. Vgl. Oscar Handlin, „Jewish Resistance to the Nazis“, Commentary 34, No. 5 (November 1962), S. 401: „Der Holocaust… war nicht das Produkt der jüdischen Reaktion oder der jüdischen Situation, sondern der mächtigen Vernichtungsmaschine, die die Deutschen kontrollierten – eine Bürokratie von einzigartig reueloser und unwiderstehlicher Effizienz“. In Handlins Sprachgebrauch bedeutet „holocaust“ „massive (rassische) Vernichtung“, somit „Genozid“; aber obwohl er ein jüdisches Eignerschaftsinteresse an dem Begriff empfunden haben mag, konnte „holocaust“ 1962 immer noch mit Leichtigkeit auf nichtjüdische Todesfälle und nichtdeutsche Täter angewendet werden, ohne Risiko des widerrechtlichen Betretens von jüdischem Kulturbesitz. Handlins holocaust war nicht exakt „der Holocaust“, nachdem letzterer im Westen noch nicht zu voller konzeptueller Existenz gelangt war. Zwei Jahre später diskutierte Alfred Alvarez in einer Studie über „The Literature of the Holocaust“ (Commentary 38, No. 5 [November 1964], S. 65-69) die Konzentrationslager in weitgehend ökumenischen Begriffen als „Symbole unseres eigenen nach innen gewandten Nihilismus“ und „einen Schwerpunkt zeitgenössischen Leidens“, mit der Andeutung, daß sie sich als bloßen „kleinmaßstäblichen Probelauf für einen Atomkrieg“ herausstellen könnten. (Im amerikanischen Sprachgebrauch der frühen 1960er bezog sich „holocaust“ üblicherweise auf „nuklearen Holocaust“. Für Alvarez, einen bekannten Literaturkritiker, der in einer offiziellen jüdischen Publikation schrieb, war „der holocaust“ (immer noch kleingeschrieben), ein eigenständiges Ereignis, aber kein ausdrücklich jüdisches Ereignis, eine bequeme Gelegenheit für gelehrtes Philosophieren über die Traumata der Moderne statt eine Quelle für rassischen Groll oder antiwestliche Polemik. Früher im selben Jahr konnte Emil Fackenheim immer noch „On the Eclipse of God“ schreiben (Commentary 37, No. 6 [Juni 1964], S. 55-60), ohne den Holocaust oder Verfolgung durch die Nazis zu erwähnen, wobei er nur kurz unspezifizierte „Katastrophen“ anführte, die den religiösen Glauben gefährdeten; bis zum Ende des Jahrzehnts war Fackenheim (zusammen mit Berkovits und Richard Rubenstein) ein Begründer der „Holocaust-Theologie“ geworden, der eifrig die „befehlende Stimme von Auschwitz“ erklärte; seine neue Berufung war dem rhetorischen Übertreffen seiner Mitarbeiter bei der Entdeckung kühner neuer Formulierungen der kataklysmischen Bedeutung des Holocaust gewidmet. Siehe „Jewish Values in the Post-Holocaust Future: A Symposium“, Judaism 16, No. 3 (Sommer 1967), S. 266-299, und Fackenheim, „God’s Presence in History: Jewish Affirmations and Philosophical Reflections“ (New York: New York University Press, 1970).

Der Holocaust, als die mächtige Propagandakonstruktion, die wir heute erleben, begann um 1965 mit der Veröffentlichung von Alexander Donats Familienmemoiren „The Holocaust Kingdom“ (einer Phrase, die andere jüdische Autoren einschließlich Fackenheim bald übernahmen) zusammenzuwachsen; wie wir beiläufig anmerken könnten, entzogen sich Donat und seine Frau geschickt dem Genozid der Nazis und überlebten die Internierung in insgesamt zehn Todeslagern. In den folgenden Jahren erschien „Holocaust“, nun oft großgeschrieben und mit dem bestimmten Artikel davor, in einer wachsenden Anzahl von Essays und Büchern, die von Juden verfaßt wurden, welche ab den späten 1960ern ihre Eigentümerschaft an dem Begriff behaupteten und ein starkes politisches Interesse an seiner weiteren Propagierung empfanden. Nora Levins „The Holocaust“ erschien 1968, und im selben Jahr übernahm die Kongreßbibliothek „Holocaust, jüdischer (1939-1945)“ als judeozentrische Rubrik für Titel, die zuvor unter Überschriften wie „Weltkrieg, 1939-1945 – Juden“ aufgelistet worden waren. In den frühen 1960ern hatten jüdische Autoren manchmal von „Hitlers Holocaust“ gesprochen, um ihren Holocaust von anderen Holocausts zu unterscheiden (z. B. Edwin Samuel, „One for Six Million“, Saturday Review, 18. Mai 1963); ab dem Beginn des nächsten Jahrzehnts erschien solch eine Klarstellung selten als notwendig. Die NBC-Miniserie „Holocaust“ von 1978, bei weitem die einflußreichste Popularisierung der judeozentrischen Kriegsgeschichte, plazierte den groß geschriebenen „Holocaust“ fest im amerikanischen Bewußtsein als (in Elie Wiesels Worten) „das Ereignis“, eine eindeutig jüdische Tragödie von beispielloser Größenordnung; aber dieser sorgfältig orchestrierte Propagandatriumph verfestigte nur eine semantische Erfindung, die mehrere Jahre zuvor gemacht worden war, nämlich die Schaffung „des Holocaust“, eines Superholocaust, der andere Holocausts nicht einfach nur überragt, sondern sie zu bloßen Vergleichen reduziert. Seit den frühen 1970ern hat jeder, der von einem kleingeschriebenen, nichtjüdischen „holocaust“ sprach (z. B. „einem ökologischen holocaust“, „dem ukrainischen holocaust“ oder sogar „einem nuklearen holocaust“) verstanden, daß das Wort eigentlich den Juden gehört und daß er es sich nur kurz ausborgt, um eine Ähnlichkeit anzudeuten, eine analogische Praxis, die jetzt von streitbaren Juden regelmäßig als Wortdiebstahl verurteilt wird.

16) (Berenbaum) Washington Times, 10. Januar 1991, zitiert in JHR 14, No. 3 (Mai-Juni 1994), S. 44; Eliezer Berkovits, „Faith After the Holocaust“ (New York: Ktav, 1973), S. 18. Vgl. Marcia Sachs Littell, „Holocaust Education in the 21st Century“, in Proceedings of the Washington Conference on Holocaust-Era Assets (Washington, DC: Government Printing Office, 1999), S. 874: „Die Fusion der Holocauststudien mit jüdischen Studien ist der falsche Ansatz. Sie sendet einfach die falsche Botschaft aus. Es erübrigt sich zu sagen daß der Holocaust das traumatischste Ereignis im Tod und Leben des jüdischen Volkes seit der Zerstörung des Zweiten Tempels ist. Aber das Studium des Holocaust ist auch das Studium der Pathologie der westlichen Zivilisation und ihrer fehlerhaften Strukturen. Es darf nicht durch das falsche Zusammenklammern von Kursen verborgen werden (Hervorhebung von Irmin Vinson). Dr. Sachs Littell, eine professionelle Holocaustpädagogin, ist die Direktorin der National Academy for Holocaust and Genocide Teacher Training. Ihre Ideen zur Unterrichtung der Euro-Amerikaner über „die Pathologie der westlichen Zivilisation“ unterscheiden sich im wesentlichen nicht vom ungeschminkten Hass von Rabbi Dov Fischer, des Vizepräsidenten der Zionist Organization of America: „Wir [die Juden] erinnern uns daran, daß die Nahrung, die sie [die weißen Europäer] essen, auf Boden angebaut wird, der vom jüdischen Blut aus 2.000 Jahren gedüngt wird, mit dem sie ihn bespritzt haben. Atavistischer Judenhass liegt noch in der Luft, in die die Asche aus den Krematorien aufstieg“ („We’re Right, the Whole World’s Wrong“ [„Wir sind im Recht, die ganze Welt ist im Unrecht“], Forward, 19. April 2002).

17) Gershon Mamlak, „The Holocaust: Commodity?“, Midstream (April 1983); (Riskin) Tom Hundley, „Two Views of Horror“, Chicago Tribune, 9. Mai 1993, zitiert in Novick, S. 160; Berkovits, „Rewriting“.

18) Frühere jüdische literarische Interpretationen von Naziverfolgungen zielten allgemein auf Einbeziehung ab. In Edward Lewis Wallants seltsamen Roman „The Pawnbroker“ von 1961 wird der Protagonist, ein Überlebender der Konzentrationslager, der durch seine nicht mitteilbare Erfahrung der Nazibarbarei von der Welt isoliert ist, durch das empathische Mitgefühl einer WASP-Frau namens Marilyn und das rettende Opfer eines Puertoricaners namens Jesus wieder in die menschliche Gemeinschaft integriert, eine assimilationistische thematische Struktur, die spätere Holocaust-Autoren sorgsam vermeiden sollten. Der erhebende Schluß des Romans, der auf seinem stark ausgeprägten christlichen Symbolismus beruhte, wurde in Sidney Lumets filmischer Adaptation von 1965 effektiv herausgeschnitten. Wallants „Pawnbroker“ enthält erkennbare Holocaust-Themen (die radikale Isolation der Überlebenden, die Judaisierung der Konzentrationslager, spektakuläre Nazibarbarei etc.), aber keine der politischen Bedeutungen, die der institutionalisierte Holocaust später ausdrücken sollte. „The Painted Bird“ andererseits ist ein wahrer Holocaustroman mit einer holocaustpolitischen Struktur, auch wenn das Nazikonzentrationslager für seine Thematik nur tangentiale Bedeutung hat. Zu Kosinskis Erfindungen siehe James Patrick Sloan, „Kosinski’s War“, New Yorker, 10. Oktober 1994: „[Die polnische Journalistin] Joanna Siedlecka stellt den älteren Kosinski [d. h. Jerzy Kosinskis Vater] nicht nur als gerissenen Überlebenskünstler dar, sondern auch als einen Mann ohne Skrupel. Sie behauptet, daß er während des Krieges mit den Deutschen kollaboriert haben könnte und nach der Befreiung von Dabrowa durch die Rote Armee sehr wahrscheinlich mit dem NKWD dabei kollaboriert hat, einige genau der Bauern, die seine Familie gerettet hatten, wegen kleinerer Verstöße wie Hamstern nach Sibirien zu schicken. Ihre wahre Verachtung ist jedoch dem Sohn vorbehalten, der den Rettern seiner Familie den Rücken kehrte und sie in den Augen der Welt zusammen mit der gesamten polnischen Nation verleumdete. In der Tat besteht der Kern von Siedleckas Enthüllungen in ihrer Darstellung des jungen Jerzy Kosinski, wie er die Kriegsjahre damit verbrachte, in der Sicherheit seines Hauses und Hofes Würste zu essen und Kakao zu trinken – Güter, die für die Nachbarskinder unerhältlich waren.“

19) Wegen der zionistischen Ziele hinter dem Eichmann-Prozeß siehe Hannah Arendt, „Eichmann in Jerusalem: A Report on the Banality of Evil“ (New York: Penguin, 1964), S. 5-10, und Segev S. 327-328.

20) MacDonald dokumentiert diese Kampagne in seinem Buch „Culture of Critique“, besonders in den Kapiteln 5 – 6. Vgl. Raul Hilberg, „The Destruction of the European Jews: Revised and Deifinitive Edition“ (New York: Holmes & Meier, 1985), S. 1044: „Als in den frühen Tagen von 1933 der erste Beamte die erste Definition von ‚nicht-arisch’ in eine amtliche Verordnung schrieb, war das Schicksal des europäischen Judentums besiegelt.“ Selbst wenn jedes Wort der Geschichte vom Holocaust wahr wäre, würde Hilbergs Behauptung offensichtlich falsch bleiben. Ihr politischer Zweck ist jedoch unmißverständlich. Rassische Klassifizierungen und Definitionen sind in Israel Routine, und es ist unwahrscheinlich, daß ein einziger amerikanischer Zionist sich je Sorgen darüber gemacht hat, daß sie zu einem Holocaust an den Palästinensern führen könnten. Wie Arendt („Eichmann in Jerusalem“, S. 7) bemerkte: „In Israel… regelt das rabbinische Gesetz den persönlichen Status jüdischer Bürger, mit dem Ergebnis, daß kein Jude einen Nichtjuden heiraten kann; im Ausland geschlossene Ehen werden anerkannt, aber Kinder aus Mischehen sind rechtlich illegitim (unehelich geborene Kinder jüdischer Eltern sind legitim), und wenn jemand zufällig eine nichtjüdische Mutter hat, kann er weder getraut noch begraben werden… Bei der Naivität, mit der die Anklage [im Eichmann-Prozeß] die berüchtigten Nürnberger Gesetze von 1935 verurteilte, die Mischehen und Geschlechtsverkehr zwischen Juden und Deutschen verboten, blieb einem gewiß die Luft weg. Die besser informierten unter den Korrespondenten waren sich der Ironie sehr wohl bewußt, aber sie erwähnten sie nicht in ihren Berichten.“

21) Nathan Glazer, „American Judaism“ (Chicago, 1957), S. 114-115, zitiert in Novick, S. 105.

22) Novick, S. 113; Cynthia Ozick, „Who Owns Anne Frank?“, New Yorker, 6. Oktober 1997.

Jüdische Feindseligkeit gegenüber den populären Bühnen- (1955) und Filmadaptionen (1959) von Anne Franks „Tagebuch“, beide von dem weißen Autorenehepaar Albert und Frances Hackett geschrieben, ist in den letzten Jahren lautstark geworden, eine Folge des Holocaustbewußtseins und moderner jüdischen Identitätspolitik, die mit einem etablierten Monument des Patriotismus aus der Kriegszeit kollidieren. Ozick, eine besonders sprunghafte Zionistin, argumentiert, daß es besser gewesen wäre, wenn das „Tagebuch“ vor der Veröffentlichung verbrannt worden wäre, um zu verhindern, daß damit nichtssagende, entjudaisierte Lektionen über das jüdische Leiden gelehrt werden, die durch den moralischen Universalismus von Nichtjuden vermittelt werden. Ozick und andere importieren in Anne Franks Leben ein starkes jüdisches Bewußtsein, das sie nie besaß, während sie bizarrerweise Nichtjuden (zusammen mit Annes „entwurzeltem“ Vater) vorwirft, sie in allem außer der Geburt zu einer WASP gemacht zu haben, einem blassen Symbol des Juden als bloß einer von uns. In Wirklichkeit offenbart der gegenwärtige jüdische Zorn über die weitgehend vorlagengetreue Filmversion, die die Juden in den 1950ern zu Recht als bemerkenswerten Propagandatriumph betrachteten, eine wachsende Frustration über Anne und die heroische Version des Krieges, die sie sich zu eigen machte, eine so große Frustration, daß manche Holocaustpädagogen empfehlen, sie aus dem Kanon von Holocaustautoren zu werfen, weil sie unzureichend judeozentrische Lehren vermittelt; aber weil ihr „Tagebuch“ zu einem quasi-religiösen Dokument geworden ist, das auf seine spirituellen Einsichten untersucht wird, so wie fundamentalistische Christen über ihre Bibeln nachgrübeln, richten streitbare Juden ihre Attacke im Allgemeinen gegen das weiße Amerika, das den Text in den 1950ern angeblich aus böswilliger, assimilationistischer Absicht verfälscht hätte, ein Beispiel für das, was Ozick als „sie stehlen unseren Holocaust“ bezeichnet. Dementsprechend lesen weiße Studenten in Holocaust-Erziehungsprogrammen jetzt nicht nur „Das Tagebuch des jungen Mädchens Anne Frank“, sondern erfahren auch vom eurozentrischen Akt des kulturellen Diebstahls, der es einst seinen rechtmäßigen Eigentümern unterschlagen hat. Das fälschlicherweise rejudaisierte „Tagebuch“ wird dabei, umgeben von polemischen Kommentaren, zu einem Holocaust-Text mit einer holocaustpolitischen Struktur. Zusammenfassungen des jüdischen Kulturkampfes um das „Tagebuch“, eines emotionalen internen Disputes, der für einen Nichtjuden kaum verständlich ist, siehe bei Novick, S. 117-120, und Ian Buruma, „The Afterlife of Anne Frank“, New York Review of Books, 19. Februar 1998.

23) Vgl. „Farrakhan’s Jewish Problem“, Tikkun 9 (März-April 1994), S. 10, zitiert bei Novick, S. 191: „Im gegenwärtigen Diskurs leitet sich die Etikettierung als „weiß“ oder als „person of color“ nicht von der Hautfarbe des Betreffenden ab… sondern von dem Ausmaß, in dem jemand ein Opfer westlicher kolonialistischer Unterdrückung gewesen ist. Nach diesem Maßstab sind die Juden die größten Opfer westlicher Gesellschaften während der ganzen vergangenen zweitausend Jahre gewesen und müssen gewiß als eines der ‚peoples of color’ verstanden werden.“

24) (Belzberg) S. Teitelbaum und T. Waldman, „The Unorthodox Rabbi“, Los Angeles Times Magazine, 15. Juli 1990, zitiert in Mark Weber, „The Simon Wiesenthal Center“, JHR 15, No. 4 (Juli-August 1995), S. 3; Abraham Foxman, „Schindler’s List – The Meaning of Spielberg’s Film“, ADL-Newsletter On the Frontline (Januar 1994), zitiert in JHR 14, No. 2 (März-April 1994), S. 41. Aufrichtiger Glaube an den jüdischen Holocaust schließt dessen zynische Ausnützung natürlich nicht aus. Vgl. Novick, S. 157: „Zu einer Zeit [1981], als Westdeutschland den Verkauf von Waffen an Saudi-Arabien erwog, schrieb [Hyman] Bookbinder dem deutschen Botschafter in den Vereinigten Staaten in seiner Eigenschaft als Mitglied des U.S. Holocaust Memorial Council – obwohl er, wie er klarstellte, nicht für den Council sprach. Pläne für das Washingtoner Museum würden nun entwickelt, sagte er. ‚Wie Deutschland in diesem Museum behandelt werden wird, könnte sehr wohl von der Entscheidung beeinflußt werden, die Sie betreffend den Verkauf von Waffen an Saudi-Arabien treffen.’“ Bookbinder glaubte, daß nichtjüdisches Holocaust-Bewußtsein wesentlich war für die Bewahrung der amerikanischen „Verpflichtung für Israel“, aber um Israels willen war die Darstellung von Nazi-Greueltaten durch das USHMM verhandelbar: die einzigartigen Schrecken des Holocaust könnten etwas weniger entsetzlich werden, wenn die westdeutsche Regierung sich angemessen willfährig erweise.

25) Zur Kollektiverinnerung siehe Novick, S. 3-6 und 170 ff. Novick, der über die konsensuale Sicht nachdenkt, verortet die Hauptquelle der erwachten Holocausterinnerung in jüdischen Ängsten um Israel, hervorgerufen durch den Sechstagekrieg von 1967 und besonders durch den Yom-Kippur-Krieg von 1973. Vgl. Marcia Sachs Littell, „Holocaust Education“, S. 870: „In den direkt auf die Befreiung [der Lager] folgenden Jahren herrschte Schweigen – verblüffendes Schweigen. Von der jüdischen Gemeinschaft, von den Kirchen, von Regierungsbehörden. In dieser Zeit war die Mehrheit der Amerikaner mit diesem Schweigen zufrieden. Sogar das Wort ‚Holocaust’ kam erst in den 1960ern in seinen gegenwärtigen Gebrauch… Die Amerikaner erhielten ihren ersten Bewußtseinsschock zur Zeit des Sechstagekriegs (1967) in Israel, als ein ‚zweiter Holocaust’ zu drohen schien. Von der Erkenntnis, daß die Juden in ihrem Heimatland vernichtet werden könnten, waren nicht nur die Juden in der Diaspora aufgerüttelt: dem jüdischen Überleben freundlich gesonnene Christen wurden ebenfalls zum Handeln bewegt.“ Aber keine Erklärung des jüdischen Holocaust kann ernst genommen werden, die die rassische Feindseligkeit nicht anerkennt, die ihn beseelt. Elie Wiesel nennt Auschwitz „das Scheitern von zweitausend Jahren christlicher Zivilisation“, nicht weil er Israel unterstützt und um dessen Überleben fürchtet, sondern weil er die Menschen hasst, unter denen zu leben er sich entschieden hat und von denen er glaubt, daß er sie nun straflos beleidigen kann. Die Holocausterinnerung hatte auf jeden Fall lang vor 1973 und sogar vor 1967 Gestalt angenommen. Es gab bereits wichtige (wenngleich wenig ausgeprägte) holocaustpolitische Themen in Stanley Kramers „Judgement at Nuremberg“ (1961), einem „Aussagefilm“, der zwecks Erziehung britischer und amerikanischer Nichtjuden sachte deren eigene Mitschuld am Bösen der Nazis andeutete; die Nazifizierung von Papst Pius XII, ein Prozeß, der bis heute andauert, begann in den frühen 1960ern, lange bevor die Diaspora-Juden irgendwelche Ängste über einen unmittelbar bevorstehenden Holocaust in Israel verspürt haben konnten, und die Holocaust-Theologie, ein nun massives Opus theopolitischer Gelehrsamkeit, die die gesamte menschliche Geschichte um die verschiedenen judeozentrischen Offenbarungen des Holocaust zentriert, ist ebenfalls älteren Datums als Israels Sechstagekrieg. Siehe Richard Rubensteins einflußreiches „After Auschwitz: Radical Theology and Contemporary Judaism“ (New York: Bobbs-Merrill, 1966).

26) (Sher) „Jewish World“ (Long Island, Mai 1992), S. 8-14, zitiert in JHR 13, No.1 (Januar-Februar 1993), S. 46; Ozick: „All the World Wants the Jews Dead“, Esquire (November 1974), zitiert bei Finkelstein. Sher, der seinen Job als Nazijäger aufgab, um Geschäftsführer des American Israel Public Affairs Committee (AIPAC) zu werden, der obersten zionistischen Lobbygruppe in Washington, sprach bei einer Gedenkfeier zu Yom Hashoah. Der in Brooklyn geborene Dr. Baruch Goldstein, der 1994 neunundzwanzig Moslems massakrierte, die in der Ibrahimi-Moschee in Hebron beteten, trug oft einen gelben Stern, der mit dem deutschen Wort „Jude“ beschriftet war, um seines partikularistischen Verständnisses der moralischen Lehren des Holocaust zu gedenken. Vgl. Rubnstein, „After Auschwitz“, S. 153: „Wir stehen in einem kalten, schweigenden, gefühllosen Kosmos, von keiner nützlichen Kraft jenseits unserer eigenen Ressourcen unterstützt. Was kann ein Jude nach Auschwitz sonst noch über Gott sagen?“; Fackenheim, „Encounters Between Judaism and Modern Philosophy: A Preface to Future Jewish Thought“ (Philadelphia: Jewish Publication Society, 1973), S. 166: „Nach dem Holocaust ist die israelische Nation kollektiv das geworden, was der Überlebende individuell ist.“

27) Novick, S. 12. Novick (S. 207) kommentiert weiters: „Ein Gutteil der Antwort besteht in der Tatsache – um nichts weniger eine Tatsache, weil Antisemiten einen Mißstand daraus machen – daß die Juden in Hollywood, der Fernsehindustrie und in der Welt der Zeitungs-, Magazin- und Buchverlage eine wichtige und einflußreiche Rolle spielen. Jeder, der die massive Aufmerksamkeit, die der Holocaust in den letzten Jahren in diesen Medien erhalten hat, ohne Verweis auf diese Tatsache erklären will, ist entweder naiv oder unredlich.“

Quelle: http://fjordman.wordpress.com/2011/07/09/holocaust-gedenken/

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