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Daniel Friberg: Schweden und die „echte Rechte“

RealRightReturns1,680 words

Übersetzung: Frank Miller; English original here

Daniel Friberg
Die Rückkehr der echten Rechten: Ein Handbuch für die wahre Opposition
London: Arktos, 2015

Wie bei jeder offenbarten Religion, muß man skeptisch sein, wenn ein politischer Text verspricht Dir den Weg zu zeigen. Autsch! – insofern kennst Du also ein Geheimnis über die Machtverhältnisse in der Gesellschaft, das sich dem bloßen Auge nicht erschließt? Wo haben wir das schon mal zuvor gehört, alter Kamerad?

Daniel Fribergs gegenwärtiger Mini-Hit „Die Rückkehr der echten Rechten“ – angepriesen als ein „Handbuch für die wahre Opposition“ – klingt auf den ersten Blick etwas zu sehr nach einer historischen Zwangsläufigkeit.

Jedoch – Enthüllung!- habe ich mit Friberg an seiner neuen Web-Seite „Right On“ eine Reihe von Monaten mitgearbeitet und daher scheint er mit beiden Beinen auf dem Boden zu stehen. Er teilte mir mit, daß die echte Rechte sich auf die Erhaltung der europäischen Kultur, von einem schwedischen Standpunkt aus, konzentriert. Eine Sache, von der ich viel zu wenig verstehe, so daß ich dachte, wenn ich mich darauf einlasse, würde, ich zumindest einiges darüber lernen können.

(Außerdem würde ich auf alles einen Blick werfen, wenn Sie mir es kostenlos zusenden.)

Wie es sich heraus gestellt hat – obwohl der schwedische Mainstream Ihnen erzählen wird, daß jeder Schwede, der die Linke infrage stellt, ein Kerosin-atmender Nazi-Nebenkriegsschauplatz-Freak sei – ist dies eines der moderatesten, am wenigsten ideologischen, schrillen Bücher, die ich über Politik gelesen habe. Stattdessen ist es bestechend, geschrieben mit einem klaren, ironischen Verstand, mit schätzenswert wenig an Messias-Erwartung. Es bemüht sich tatsächlich sehr, die ziemlich geheimnisvollen Facetten der gegenwärtigen Politik zu enthüllen- einschließlich der Einzigartigkeit der Weißen – im Sinne eines gesunden Menschenverstandes sowie unter Beachtung grundlegender Basisfakten.

In unserer gegenwärtigen Lage: Warum ist es immer noch undenkbar, sich vorzustellen, nachdem sogar Millionen Leute, die keine europäischen Sprachen sprechen und in deren Kontinent eindringen, daß sich die Europäer selbst verteidigen, wie wir doch auch sonst jedermann dieses moralische Recht zubilligen? Wie es der humoristische Potcaster „The Bechtloff“ auszudrücken pflegt: „Mir ist klar, daß es die Leute hassen, wenn du sagst, daß Liberale „die wahren Rassisten“ seien, doch …sie sind es irgendwie.“

Was würde Sie dazu bringen, vom Rassismus abgesehen, zu behaupten,  die weißen Völker seien besonders mächtig und böse? Warum würden Sie annehmen, daß weiße Länder, in ihrer unbegrenzten Machtfülle gegenüber einer feindlichen Invasion und Kolonisierung immun seien – und alle anderen Gruppen Herden von Lämmern, die sich willenlos zum Schlachten führen lassen? Sub Specie aeternitatis (Unter dem Gesichtspunkt der Ewigkeit, der Übersetzer), sind diese Vorstellungen genauso albern, wie in jenen wenigen Jahrzehnten, als man dachte, Schwarze hätten magische Voodoo-Kräfte – besonders dann, wenn die eingeborenen Europäer gänzlich überrannt würden, so die fatalsten Voraussagen, und darauf reduziert, in Reservationen zu leben und für die chinesischen Touristen in Lederhosen  inmitten sie ruinierender Flaschen an Reinigungsalkohol Polka zu tanzen. Würden wir uns da nicht blöd vorkommen?

Als weißer Amerikaner habe ich vielleicht dabei versagt, auf der Zaubererde des Heimatlandes empor zu wachsen und dessen Juju zu absorbieren, doch dies ist meine Erfahrung: Ich verfüge nicht über irgendwelche Zauberkräfte oder irgendwelche übernatürlichen Eigenschaften. Ich erscheine so verwundbar, wie jedermann gegenüber dem Tod, der Fremdbestimmung und besonders der Besteuerung. Nur eine starke und widerliche Kombination aus weißer Vorherrschaft und weißer Schuld würde mich dazu bringen zu versuchen, etwas anderes zu behaupten (so sehr ich auch solche Träume mag, in denen man fliegen und aus den Augen Feuer schießen lassen kann).

Wie schon Bill Burr zum Thanksgiving über die ursprünglichen Amerikaner sagte: Sie haben Mist gebaut, als sie die Pilgrims nicht verhungern ließen. Und europäische weiße Linke scheinen in ihrem selbstgefälligen Glauben an ihre eigene Allmacht es nicht geschafft zu haben, aus dem „Fehler“ der Indianer gelernt zu haben. „Du kannst nicht gegenüber den Weißen rassistisch sein, weil wir wie Götter sind.“

Obwohl er in den Augen der Linken ein irrationaler Fanatiker ist, tendiert hingegen Friberg dazu, die weißen Europäer als bloß eine ethnische Gruppe unter anderen zu betrachten. Diese Gruppe erfährt, erfuhr und wird weiterhin die gleichen Gefahren und Pressionen erfahren, wie jede andere in der Geschichte, mit dem gleichen Recht sich selbst zu verteidigen, jedoch ohne Garantie einer Fortexistenz: Tatsächlich gefällt Friberg dies, da es sein Ding ist. Was ziemlich normal für einen Primaten ist, ob das einem selbst gefällt oder nicht.

Friberg teilt sogar  in dem lehrreichen Glossar zur Metapolitik, das in dem Buch enthalten ist, Alain de Benoists Begriff der neurechten Version des Antirassismus: Differentieller Antirassismus im Gegensatz zu der universalistischen Version der Linken.

Der differentielle Antirassismus ist die Antwort der Neuen Rechten…auf das, was als ein Mangel an Respekt vor der Verschiedenheit angesehen wird, welche charakteristisch für den universellen Antirassismus ist…Benoist erklärt sich für einen differentiellen Antirassismus, der rassische Hierarchien ablehnt  und die Unterschiede zwischen den verschiedenen Völkern respektiert. Er weist alle Versuche zurück, Werturteile über die Rassen, wie „besser“ oder „schlechter“, ihnen zuzuordnen.

Was für eine wilde Vorstellung, daß die Völker gegenseitig ihre Unterschiede respektieren sollen, ohne daß sie in des anderen Glaubensgrundsätzen herumwühlen müssen. Friberg spricht sich für die Erhaltung der europäischen Kultur aus, jedoch nicht auf Kosten irgendeines anderen; zum Beispiel seine Darstellung zur Vermeidung außenpolitischer Verwicklungen sollte zur Politik einer jeden Vernunftbegabten gehören, sowohl pragmatisch als auch moralisch:

Die fanatische Gruppe der Kriegshetzer, die, während sie hohle Phrasen über Menschenrechte und Demokratie drischt, überall auf der Welt Millionen tötet…denen muß jeglicher Einfluß auf die Außenpolitik des Westens entzogen werden. Ansichten über die Art und Weise, wie andere Völker ihre Angelegenheiten regeln, sollten ausschließlich mittels Diplomatie und als vorbildhaft erfolgen, nicht durch Kriege, Aggressionen oder Umsturzversuche, die immer wieder wie in den jüngsten Jahrzehnten auf uns selbst zurückschlagen.

Andererseits:

Die Masseneinwanderung nach Europa muß aufhören. Die Amerikanisierung und der Import stupider idiotischer politischer Ideen sowie einer infantilisierten Popkultur müssen beschränkt werden.

Meine amerikanischen Kameraden: Dies trifft hier genauso auf den Djihad zu.

(Ich mache jetzt ganz und gar keinen Scherz: Wer hierzu mehr will, sollte die Kapitel über die Amerikanisierung in Eric Zemmours „Der französische Selbstmord“  („Le Suicide francais“) nachlesen).

Die hauptsächliche strategische Stoßrichtung des Buches ist die Metapolitik, welche Friberg definiert als „einen Krieg der sozialen Transformation, auf dem Niveau der Weltanschauung, des Denkens und der Kultur“. Bevor irgendjemand sich mit politischer Macht beschäftigen kann, kommt erst die Metapolitik dran.

Friberg zitiert Gramscis Gefängnishefte als eine essentielle Quelle für den Erfolge der Linken in diesem Bereich – und ebenso als eine Quelle, aus der auch die Rechte schöpfen kann. Bis jetzt hat die Linke alles außerhalb der von ihr akzeptieren Bandbreite im Denken als „nefastus“ dargestellt: voll Haß, schmutzig und noch wichtiger: unheilig. Die Begriffe des „fastus“ (heilig) und „nefastus“ sind für das menschliche Sozialverhalten für lange Zeit grundlegend gewesen; Ohne sie wären wir beim Wälzen in unserem eigenen Dreck erstickt. Doch wenn sie auf die politischen Vorstellungen bezogen werden – sogar dann, insofern die freie Rede gestattet wäre – erdrosseln die Linken diese Debatte. Dennoch muß die Rechte daran arbeiten, das Stigma des nefastus  in jeglichen politischen Vorstellungen innerhalb der Kultur loszuwerden- vorzugsweise indem das Stigma auf jene übertragen wird, die ihre Feinde damit zum Schweigen bringen wollen.

Obwohl der Umfang schmale 117 Seiten umfaßt, packt Friberg hier eine Einführung über die Geschichte und Frühgeschichte der gegenwärtigen europäischen Alternativen Rechten sowie den langsamen Aufstieg der oppositionellen Metapolitik in Schweden mit rein. Doch er bietet auch zwei separate und erfrischende Führungen zur Wiederherstellung deiner Kraft als Mann oder als Frau. Unter dem Anspruch uns von Genderrollen zu befreien, hat die Postmodernität uns eine Unisex-Pressform aufgezwungen, die zu niemandem paßt und der zu entgehen, eine Befreiung ist.

Es gibt hier auf fast jeder Seite ein Glanzstück an Beobachtung. Ich lehne mich eigentlich nie weit aus dem Fenster, um leichtfertig derartige Dinge zu sagen (oder etwa auch, weil ich mit ihm irgendwie verbandelt wäre). Friberg ist sogar gemäßigt, wenn es auf  jedermanns falschen Lieblingsgegensatz hinausläuft: Laissez-faire oder Sozialismus? Anstatt immer dieselbe Leier vorzubringen über den Segen des unbehinderten Djungelhandwerkes des Marktes oder die Sünde ungleicher Einkommen – gibt er de Benoists Vorliebe für einen ökonomischen Pragmatismus wieder:

Die Wirtschaft ist nicht das absolute Fundament einer Gesellschaft und ein dogmatischer Denkansatz über ihre Funktionsweisen ist niemals vernünftig. Alain de Benoists Worte sind genauso auch die unsrigen: Wir werden mit Freude eine Gesellschaft mit einem Markt willkommen heißen, doch keinen Markt mit einer Gesellschaft. Im umgekehrten Fall: Forderungen nach wirtschaftlicher Gleichheit für die Völker Europas nur um deren selbst willen dürfen nicht dazu dienen, die positiven, wohlstandschaffenden Effekte der Marktkräfte zu begrenzen.

Er hebt dagegen das Versagen der marxistischen Einkommensumverteilung mit deutlichen Worten hervor. Anstatt es von den Reichen zu nehmen und den Armen zu geben, hat es der moderne Sozialismus von der mittleren Arbeiterklasse genommen, um die Beute gleichermaßen an die Armen und Reichen zu verteilen. Obwohl die Linke den Diskurs fest im Griff hat, „vermag diese kaum mehr, als die Rolle des globalkapitalistischen Hofnarren zu spielen“.

Er fährt damit fort zu bemerken, daß die Rechte hier insofern einen taktischen Vorteil hat, da ihre Ideen eher mit der normalen Erfahrung der Leute übereinstimmen, im Gegensatz zu den versponnenen nach unten ziehenden Utopias der Linken. (Die Tatsache, daß die Linke verschiedene Wege in Bezug auf die freie Rede in Europa geht, hilft deren Sache auch nicht).

Was er andeutet, aber nicht ausspricht, ist die Tatsache, daß in entscheidenden Bereichen die Linke weiter nach rechts geschwungen ist, als die Rechte, wenn man unter rechts beispielsweise libertär versteht, mit einer unbarmherzigen Stimmungsmache für den globalisierten ökonomischen Liberalismus und die Zerstörung des westlichen Arbeitstieres.

In einer gesunden Gesellschaftsordnung arbeiten authentische und aufrichtige linke und rechte Parteigänger daran, ihre extremeren Tendenzen gegenseitig auszubalancieren. In einem Höllenloch, wie dem unseren, wedeln Opportunisten mit den „linken“ und „rechten“ Team-Flaggen und schreien dabei hohle Phrasen. Sie schustern zusammen was auch immer für Stücke jedweder Ideologie, mit denen sie die meisten Punkte bei den Superreichen erzielen können. Währenddessen locken sie genug Wähler zu den Wahlkabinen, um diese gespensterhaften Marionetten der Demokratie an ihren Beinen ziehen zu können.

Die Linke erscheint derart losgelöst von der Realität, daß sie sich jenseits aller Hoffnungen befindet. Friberg hingegen bietet ein Rezept für eine gesunde und vitale Rechte. Ich bin kein Optimist, doch es gibt da eine geringe Chance, daß dies Erfolg haben könnte.

 

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